In dieser Blogartikelserie gebe ich eine Vorschau auf astronomische Ereignisse und Konstellationen, die mit bloßem Auge oder maximal einem Fernglas beobachtet werden können. Bitte beachten Sie: Die Uhrzeiten für den Februar sind in mitteleuropäischer Zeit (MEZ) angegeben und entsprechen dem Standort Berlin.
Verlinkung innerhalb dieser Serie:
Sonnenaufgang und -untergang, Mondsichtbarkeiten
Quelle: https://www.der-mond.de (Die Faszination des Mondes)
Ein Service von www.Der-Mond.de
Wissen und Beobachtung zum Mond
Sichtbarkeitskurven von Sonne und Mond (Illustration von Starry Night 8 Pro Plus).
Die Mitte entspricht dem 15. Februar. Tag und Nacht sind durch helle und dunkle Bereiche (senkrecht) dargestellt. Links und rechts davon werden jeweils 15 Tage (Schwarz = Nacht, helles Blau = Tag) angezeigt, mit den entsprechenden Höhenkurven von Sonne und Mond:
Der Sternenhimmel im Februar 2026
Die erste Abbildung zeigt den Sternenhimmel am 15. Februar um 23 Uhr, die zweite den Morgen um 4 Uhr. Beide Darstellungen sind auf den Standort Berlin ausgerichtet. Der folgende Film geht auf die Sternbilder und den Verlauf des Sternenhimmels im Februar ein, jeweils um 23 Uhr:
Neu auftauchende Sternbilder
Die Sternbilder Herkules (Hercules) und Jungfrau (Virgo) werden gegen Ende des Monats jetzt vollständig sichtbar. Dies gilt ebenso für die Leier (Lyra) und den Raben (Corvus), welche im Februar über dem Horizont auftauchen. Der Kopfteil der Wasserschlange (Hydra) ist jetzt auch sichtbar, soweit die Himmelsqualität (Lichtverschmutzung) es zulässt. Der Kopfteil des Sternbilds Schlange (Serpens) taucht am östlichen Horizont auf.
Wesentliche am Nachthimmel stehende Sternbilder und Konstellationen
Das Wintersechseck (siehe Monatsvorschau für den Januar 2018) ist noch gut zu sehen. Doch das Frühlingsdreieck beginnt am Ost- bzw. Südosthimmel Flagge zu zeigen. Es setzt sich aus den folgenden Sternen zusammen:
- Regulus (Sternbild Löwe)
- Spika / Spica (Sternbild Jungfrau)
- Arktur / Arcturus (Sternbild Bootes)
Diese Sternkonstellation kann von jedem Ort der Erde zwischen etwa 70° nördlicher und 60° südlicher geografischer Breite beobachtet werden. Sie steht um Mitternacht in der Mitte des März am höchsten.
Mit Ausnahme des Seemonsters (Sternbild Walfisch) zeigen sich die Protagonisten der Perseus und Andromeda Sage nahezu vollständig – Kepheus, Kassiopeia, Perseus, Andromeda. Letztere beginnt zum Monatsende aber teilweise unter dem Nordhorizont abzutauchen. Für die mythologischen Hintergründe verweise ich auf meine vierteilige Blogartikelserie.
Außerdem habe ich zu folgenden derzeit vollständig sichtbaren Sternbildern Blogartikel über ihre mythologischen Hintergründe verfasst:
- Haar der Berenike (Coma Berenices)
- Löwe (Leo)
- Krebs (Cancer)
- Orion
- Stier (Taurus)
- Fuhrmann (Auriga)
- Große Bärin (Ursa Major) und Kleiner Bär (Ursa Minor)
- Drache (Draco)
- Fuhrmann (Auriga)
Der Krebs ist ein unauffälliges Sternbild. In ihm befinden sich keine hellen Sterne, sodass er nur unter guten Sichtbedingungen zu erkennen ist. In Gegenden mit großer Lichtverschmutzung hingegen ist der Krebs nicht (vollständig) zu sehen.
Das Sternbild des Bärenhüters (Bootes) mit seinem hellen Stern Arktur nimmt jetzt seinen Platz am nächtlichen Sternhimmel ein. Arktur ist übrigens der hellste Stern am Nordhimmel und der dritthellste Stern insgesamt. Das Sternbild Zwillinge (Gemini) verlagert sich in die früheren Nachtstunden. Die Krone des Nordens, Corona Borealis ist ebenfalls gut zu beobachten.
Sich verabschiedende Sternbilder
Die sich vom Nachthimmel verabschiedenden Sternbilder sind der Großer Hund (Canis Major), der Haase (Lepus), das bei uns nie vollständig sichtbare Sternbild Achterdeck (Puppis), Stier (Taurus) und Widder (Aries). Das Sternbild des Schwans erreicht seine tiefste Position am nördlichen Horizont.
Asterismen
In der Abbildung oben habe ich neben Wintersechseck und Frühlingsdreieck weitere Asterismen in Gelb eingezeichnet:
- Der Große Wagen dürfte der bekannteste Asterismus sein. Er ist der Kernbestandteil vom Sternbild Der Große Bär / Die große Bärin. Ein mehr im englischen Sprachraum bekannter Asterismus ist der Schöpflöffel (Big Dipper). Dieser entspricht fast dem Großen Wagen, wenn man von der oberen Verbindungslinie des Kastens absieht. Auch in China ist diese Sternkonstellation als „Nördlicher Schöpflöffel“ bekannt.
- Der Kleine Wagen (Little Dipper) ist die kleinere Version des Schöpflöffels bzw. Großen Wagens.
- Der wesentliche Teil des Sternbilds Bootes bildet den Asterismus Drachen. Damit ist nicht das Ungeheuer gemeint, sondern die Flugdrachen an der Schnur.
- Das Sternbild Jungfrau beinhaltet den Asterismus Diamant.
- Sichel (Sickle) Der Asterismus Sichel ist Teil des Sternbilds Löwe (Leo). Im Grunde gleicht die Erscheinung dieser Sternkonstellation einer sich wölbenden Mähne.
- Gürtel und Schwert des Orion, Schild des Orion Der Orion ist an sich ein sehr beeindruckendes Sternbild. So verwundert es kaum, dass seine vermeintliche Ausrüstung in seine Sterne hinein interpretiert wird. Der Gürtel wird von den Sternen Alnitak, Alnilam und Mintaka gebildet. Das Schwert besteht aus den Sternen 42 Orionis, das sog. Trapez von Theta Orionis und Nair al Saif. Das Trapez lässt sich schon im Fernglas ab ca. 12-facher Vergrößerung in vier Sterne auflösen. Die Sterne Pi 1 bis Pi 6 Orionis stellen je nach Sicht- und Erzählweise den Knüppel oder das Schild des Orion dar.
- Kassiopeias Stuhl: Warum ist der Stuhl so wichtig, dass er am Nachthimmel mit Kassiopeia dargestellt wird? Nun, Poseidon fand, dass Kassiopeia nicht ungestraft mit ihrer Eitelkeit davonkommen sollte. Diese hatte je nach Erzählweise sich oder ihre Tochter Andromeda als schönste Frau bezeichnet und damit die Götter vor den Kopf gestoßen. Da das Opfer ihrer Tochter Andromeda an das Seemonster von Perseus vereitelt wurde, musste sich Poseidon eine andere Strafe ausdenken. Er verbannte Kassiopeia in den Himmel, an einen Stuhl gefesselt. So muss sie ewig um den Himmelspol kreisen, die Hälfte des Jahres kopfüber. Aber nicht immer ist Kassiopeia an einen Stuhl gefesselt illustriert worden. In späteren Darstellungen hält sie einen Spiegel und ein Palmblatt in ihren Händen. Ersterer gilt als Zeichen der Eitelkeit. Die Bedeutung des Palmblatts ist allerdings nicht klar.
Die Planeten
Die Positionen der Planeten im Sonnensystem am 01.02.26:
Sichtbarkeitskurven der Planeten (Illustration von Starry Night 8 Pro Plus)
Die Mitte entspricht dem 15. Februar. Tag und Nacht sind durch helle und dunkle Bereiche (senkrecht) dargestellt. Links und rechts davon werden jeweils 15 Tage (Schwarz = Nacht, helles Blau = Tag) angezeigt, mit den entsprechenden Höhenkurven der Planeten:
Die Bewegung der Planeten im Sonnensystem und am Himmel im Februar 2026:
Planeten am Abend und in der Nacht
Merkur
Der Merkur wird schon in der ersten Woche in der Abenddämmerung auftauchen. Seine beste Sichtbarkeit wird er um den 20. Februar haben. Die Auf- und Untergangszeiten des Merkur für Berlin sind:
- 01.02.26: Aufgang: 08:20, Untergang: 17:28
- 16.02.26: Aufgang: 07:51, Untergang: 19:02
- 28.02.26: Aufgang: 06:58, Untergang: 19:01
Jupiter
Nach der Oppositionstellung im Januar geht der Jupiter in diesem Monat immer früher auf. Er wird im Verlauf des Februars beim Sonnenuntergang immer höher am Himmel stehen. Der Riesenplanet dominiert also weiterhin den Nachthimmel. Die Auf- und Untergangszeiten vom Jupiter für Berlin sind:
- 01.02.26: Aufgang: 14:18, Untergang: 06:48
- 16.02.26: Aufgang: 13:11, Untergang: 05:45
- 28.02.26: Aufgang: 12:21, Untergang: 04:56
Saturn
Die Beobachtungszeiten des Saturn verschieben sich immer weiter in Richtung Sonnenuntergang. Seine Auf- und Untergangszeiten für Berlin sind:
- 01.02.26: Aufgang: 09:28, Untergang: 21:08
- 16.02.26: Aufgang: 08:31, Untergang: 20:18
- 28.02.26: Aufgang: 07:46, Untergang: 19:39
Nicht beobachtbar
Venus
Die Venus steht noch zu nahe der Sonne und wird daher im Februar nicht zu sehen sein. Ihre Auf- und Untergangszeiten für Berlin sind:
- 01.02.26: Aufgang: 08:13, Untergang: 17:20
- 16.02.26: Aufgang: 07:50, Untergang: 18:11
- 28.02.26: Aufgang: 07:27, Untergang: 18:51
Mars
Der Mars ist den gesamten Abend und die Nacht zu sehen. Die Auf- und Untergangszeiten des Mars für Berlin sind:
- 01.02.26: Aufgang: 07:45, Untergang: 16:13
- 16.02.26: Aufgang: 07:12, Untergang: 16:22
- 28.02.26: Aufgang: 06:44, Untergang: 16:30
Spezielle Ereignisse
Februar 2026
01.02.26, 18:00 Uhr (MEZ) – Vollmond in Fernglasreichweite zum Sternhaufen M44 (Krippe)
Der Mond steht heute Abend und Nacht in der Nähe des Sternhaufens M44. Dieser wird auch (Futter-) Krippe und im englischen Sprachraum Beehive (Bienenstock) Cluster genannt. M44 kann unter guten Bedingungen mit bloßem Auge als Nebelfleckchen erkannt werden. Mit dem Fernglas bietet sich ein schöner Anblick von einigen Dutzend Sternen. Insgesamt sind es rund 300 Sterne. Der Mond steht heute in der Nähe von M44. Man kann also versuchen, beide gemeinsam mit dem Fernglas zu beobachten. Die zweite Abbildung unten gibt das ungefähre Sichtfeld eines Fernglases mit zehnfacher Vergrößerung an. Mit geringerer Vergrößerung sollte es also kein Problem sein, Mond und M44 vollständig zu erfassen.


01.02.26, 23:09 Uhr (MEZ) – Vollmond
Der Vollmond findet am 1. Februar um 23:09 Uhr statt.

13.02.26, 06:40 Uhr – Letzte Morgensichtbarkeit der Mondsichel vor dem Neumond
An diesem Morgen ist die schmale Mondsichel das letzte Mal vor dem Neumond knapp über dem östlichen Horizont zu sehen, im Sternbild des Schützen. Und zwar in dem Teil des Sternbilds, der auch Tea Pot (Teekanne) genannt wird. Es handelt sich dabei um den in unseren Breiten sichtbaren Teil. Wer sich die Verbindungsstriche im nachfolgenden Bild genau anschaut, wird erkennen, warum es Teekanne heißt.
16.02.26, 14:00 Uhr (MEZ) – Sonne tritt in das Sternbild Wassermann ein
Am 16. Februar tritt die Sonne in den Himmelsbereich ein, der von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) als zum Sternbild Wassermann zugehörig definiert wurde.

Der Begriff Sternbild ist hier bitte nicht mit dem Begriff Sternzeichen / Tierkreiszeichen zu verwechseln. Sternbild ist ein astronomischer Begriff, der sich auf tatsächlich beobachtbare Phänomene am Himmel und im Weltraum bezieht. Sternzeichen / Tierkreiszeichen sind esoterische Begriffe. Näheres zur Unterscheidung dieser Begriffe ist in meinem Blogartikel „Von Sternbildern, Tierkreiszeichen und Asterismen“ erläutert.
17.02.26, 13:01 Uhr (MEZ) – Neumond
Am 17. Februar um 13:01 Uhr mittags tritt der Neumond ein. Die Sonnen- und Mondstellung ist wie folgt:

18.02.26, 18:00 Uhr (MEZ) – Erster Tag nach Neumond, ggf. extrem schmale Mondsichel zwischen Venus und Merkur zu sehen.
Heute ist der erste Tag nach Neumond. Evtl. ist schon die extrem schmale Mondsichel knapp über dem Horizont zu sehen. Dort stehen auch Saturn, Merkur und Mars. Die Mondsichel findet sich zwischen Venus und Merkur.


19.02.26, 18:00 Uhr (MEZ) – Zweiter Tag nach Neumond mit erste Mondsichtbarkeit zwischen Merkur und Saturn.
Spätestens heute Abend sollte die schmale Mondsichel kurz nach Sonnenuntergang zu sehen sein. Kurz über dem Horizont stehen Saturn, Merkur und Venus. Die Mondsichel steht nahe am Saturn.


23.02.26, 22:00 Uhr (MEZ) – Mond in Fernglasnähe zu den Plejaden
Der Erdtrabant heute Nacht ganz nahe den Plejaden. Die Plejaden sind selbst unter schwierigeren Bedingungen mit bloßem Auge gut zu erkennen.


- Deutschlandfunk Podcast „Sternzeit“: Die Plejaden – Der schönste aller Sternhaufen
- Postcast „Sternengeschichten“ von Florian Freistetter: Sternengeschichten Folge 329: Die Plejaden
25.02.26, 22:30 Uhr bis 00:40 Uhr (MEZ) – Hesiodus-Strahl – Mond
Die Umgebung der Tag- und Nachtgrenze des Mondes, auch Terminator genannt, sorgt für interessante Licht- / Schattenspiele. So auch im Krater Hesiodus. Dieser Lichteffekt tritt monatlich auf, kann aber nicht immer betrachtet werden. Das liegt dann daran, dass der Mond bei uns dann nicht am Himmel steht oder es noch Tag ist.
Beobachtung:
- Beginn: 22:30 Uhr
- Höhepunkt: 23:40 Uhr
- Ende: 00:40 Uhr
Hintergrundinformation:
Direkt am Krater Hesiodus liegt der Krater Pitatus. Beide sind durch einen Kraterwall verbunden, welcher einen Durchlass hat. Während einer bestimmten Mondphase zu einem bestimmten Zeitpunkt geht die Sonne über Pitatus auf und beginnt, durch die Rille in den Krater Hesiodus zu strahlen. Dieser Strahl (Hesiodusstrahl) kann dann durch ein Fernglas (besser: Teleskop) beobachtet werden. Mit der Zeit leuchtet die Sonne dann immer mehr vom Kraterboden in Hesiodus aus. Siehe auch meinen Beobachtungsbericht für den 17.03.16: hier.









