Und wir verabschieden uns von einem missratenen, abgebrochenen Beobachtungsabend

Es fing eigentlich vielversprechend an, der Abend vom 12. Mai: ein wolkenloser Himmel und die Familienerlaubnis für eine Beobachtungsabend.

Wolkenfreier Abend am 12. Mai 2018

Doch schon beim Dunkelwerden traute ich meinen Augen nicht. In zwei nahegelegenen Häusern waren einige Bewohner der Meinung, ihre Umwelt mit blendendem Licht beglücken zu können. Im näher gelegenen Haus war das Licht sogar schon tagsüber zu sehen und verpestete jetzt die komplette Umgebung inkl. Innenhof (rechtes Licht auf dem nachfolgenden Bild). Die Wohnung schien leer zu sein, da alle weiteren Fenster dunkel waren. Nur die Lampen bei einem Dachfenster schienen nicht den Raum hinein, sondern nur die Außenwelt zu (ver-) bestrahlen. Der entfernte Flakscheinwerfer ist auf dem Dach montiert.

Lichtverschmutzung

Naja, für die Jupiterbeobachtung ginge das vielleicht noch. Aber Deep Sky Beobachtung wird dadurch zunichte gemacht. Ich behalf mir mit diversen Pappen, die ich seitlich abstehen von der Terrassenwand anklebte. Dadurch wurde ich nicht direkt geblendet.

Ich wandte mich dem Jupiter zu und nahm den ersten Film auf. Eigentlich hatte ich noch ca. 1,5 Std. Zeit, bevor er den Meridian überschreiten und am höchsten Punkt der Nacht stehen würde. Aber der Sonnenuntergang war noch nicht lange her, so dass der Himmel zu hell für Deep Sky war. Die 30 Sekunden des Videos waren noch nicht vorbei und ich wurde von kaum merklichen Schatten im Film irritiert. Ich schaute zum Himmel und traute zu zweiten Mal meinen Augen nicht. Eine massive Wolkenwand schob sich über den Jupiter! Die Radarbilder aller Wetter-Apps zeigten die Wolken noch in ca. 200 km an! Da sich keine Besserung zeigte, wurde die Ausrüstung wieder zurück in die Wohnung gestellt und das nachfolgende Jupiterbild aus dem Video erstellt.

Ausrüstung und Verarbeitung

  • Teleskop: Celestron NexStar 8 SE
  • Okular: Baader Hyperion 5 mm (= 406-fache Vergrößerung)
  • Aufnahme: iPhone X, App ProCamera, kein Zoom
  • Stacken: autostakkert!
  • Nachverarbeitung: Photoshop CC, Helligkeit, Kontraste, Sättigung, Gradationskurve, Gammakorrektur, Belichtung, Crop

Der Jupiter steht in dieser Beobachtungssaison tiefer als sonst. Dies macht sich in einer Großstadt mit der Wärmeabstrahlung ganz besonders bemerkbar.

 

First Light mit dem Skywatcher Maksutov Teleskop MC 102/1300 am 05.05.2018

Ich habe mir nun ein kleines Teleskop für Reisen oder sonstige auswärtige astronomische Aktivitäten gekauft: das Skywatcher Maksutov Teleskop MC 102/1300 mit der Montierung SkyMax-102 AZ-GTi GoTo WiFi.

SkyWatcher AZ-GTi Montierung

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Mars, Saturn, Venus und Jupiter am Nachthimmel vom 30. April bis 06. Mai 2018

Derzeit lassen sich mit bloßem Auge 4 Planeten gut am Himmel beobachten, siehe hierzu auch meine Monatsvorschau für den Mai 2018.:

  • Die Venus zum Sonnenuntergang und die Stunden danach. Ende Mai geht sie gegen Mitternacht unter.
  • Der Jupiter vom frühen Abend fast die gesamte Nacht hindurch.
  • Den Saturn ab Mitternacht bis zum Morgengrauen.
  • Den Mars in der zweiten Nachthälfte bis zum Morgengrauen.

Je nachdem, wann man unterwegs bzw. wach ist, sollte man also seinen Blick zum Himmel wenden. 😀

In der Nacht vom 30. April zum 1. Mai stand der Jupiter eng beim Mond. Ein Mosaikbild vom Vollmond der vorigen Nacht habe ich in meinem Beobachtungsbericht vom 29.04.18 präsentiert:

Jupiter nahe beim Fast-Vollmond am 30.04.18 gegen 22:30 Uhr

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Die Nacht vom 29. zum 30. April 2018: Vollmond beim Jupiter, Mars und Saturn am Morgenhimmel

Eine Vollmondnacht ist für (Hobby-) Astronomen oft nur von geringem Interesse. Prinzipbedingt scheint der helle Mond die gesamte Nacht und lässt den Himmel stark erleuchten. So ist es i.d.R. nicht möglich,Deep-Sky Objekte wie Sternhaufen, Nebel und Galaxien zu betrachten. Ich nutzte dennoch die Möglichkeit, bei wolkenlosem Himmel mein Teleskop auf den Balkon zu stellen. Hauptziel war es ein Mosaikbild mit dem iPhone vom Vollmond zu erstellen. Der Fotoapparat war die Nacht über beschäftigt, Fotos für einen Zeitrafferfilm der Vollmondnacht zu erstellen.

Der Vollmond erschien gegen 20:35 über den Dächern von Berlin Friedenau:

Vollmond am Abend des 29.04.18

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Ein bisschen Astronomie ohne Teleskop im März und Anfang April 2018 mit dem Mond, Venus und Jupiter

Die praktische Astronomie kam bei mir im März leider wieder zu kurz. Die wenigen klaren Momente, die mir verblieben (Himmel, nicht bei mir), habe ich dann eher spontan mit teleskoplosen Mitteln verbracht. Der März war gekennzeichnet vom zweiten „Blue Moon“ im Jahr, was recht selten vorkommt. Es handelt sich dabei eigentlich nur um den zweiten Vollmond innerhalb eines Kalendermonats. Am Morgen des 2. März erwischte ich den ersten Vollmond „blutrot“ kurz vor dem Untergang. Dies allerdings nur mit dem iPhone in digitaler Vergrößerung:

1. Vollmond im März 2018 kurz vor dem Untergang am 02.04.18

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