Astronomie ohne Teleskop: Januar 2018

In dieser Blogartikelserie gebe ich eine Vorschau von astronomischen Ereignissen und Konstellationen, die ohne Teleskop betrachtet werden können. D.h. es werden nur das bloße Auge oder ein Fernglas benötigt.

Verlinkung innerhalb dieser Serie:

Sonnenaufgang und -untergang, Mondsichtbarkeiten

Die Sonnenaufgangs- und untergangszeiten sind für Berlin:

  • 01.01.18: Aufgang: 08:17, Untergang: 16:03
  • 16.01.18: Aufgang: 08:09, Untergang: 16:23
  • 31.01.18: Aufgang: 07:49, Untergang: 16:55

Die folgende Tabelle mit den Monddaten wurde mit calsky.com erstellt. Sie gelten für Berlin:

Mondphasen Januar 2018

Sternenhimmel

Sternhimmel am 15.01.18 um 23 Uhr

Sternhimmel am 15.01.18 um 04 Uhr morgens

Die erste Abbildung zeigt den Sternenhimmel am 15. Januar um 23 Uhr. Die zweite Abbildung stellt den Morgen des 15. Januar um 4 Uhr dar. Beide sind auf den Standort Berlin ausgerichtet. Die nachfolgenden Erläuterungen beziehen sich auf den Abendhimmel der ersten Abbildung.

Neu auftauchende Sternbilder

Das Sternbild Bärenhüter (Bootes) kehrt jetzt vollständig am nächtlichen Sternhimmel zurück. Sein hellster Stern Arktur (Arcturus) ist der hellste Stern am Nordhimmel und der dritthellste am gesamten Nachthimmel. Die nördliche Krone (Corona Borealis) und der Becher (Crater) werden ebenfalls im Laufe des Januar vollständig nachts zu sehen sein. Die Sternbilder Jungfrau und Wasserschlange, zu denen ich Blogartikel über ihren mythologischen Hintergrund verfasst habe, tauchen schon teilweise auf.

Wesentliche am Himmel stehende Sternbilder und Konstellationen

Das Wintersechseck ist derzeit die dominierende Sternkonstellation am nächtlichen Himmel. Es wird aufgespannt von den Zwillingen (Gemini), dem Kleinen und Großen Hund (Canis Minor, Canis Major), dem Orion, Stier und Fuhrmann. Genauer gesagt bilden folgende Sterne diese Konstellation:

  • Pollux im Sternbild Zwillinge
  • Procyon im Sternbild Kleiner Hund
  • Sirius im Sternbild Großer Hund
  • Rigel im Sternbild Orion
  • Aldebaran im Sternbild Stier
  • Capella im Sternbild Fuhrmann

Das Wintersechseck kann auch in lichtverschmutzten Städten gut erkannt werden, da es sich aus den hellsten Sternen in diesem Himmelsbereich zusammensetzt. Von Mitteleuropa ist es von September am Morgenhimmel bis April am Abendhimmel zu sehen. Mitte Dezember steht es um Mitternacht in Richtung Süden. Mitte Januar steht es bereits gegen 22 Uhr am Süden. Das Wintersechseck ist kein (!) offizielles Sternbild, sondern ein sogenannter Asterismus. Mehr dazu weiter unten.

Bis auf Ausnahme des Seemonsters (Sternbild Walfisch) zeigen sich auch die Protagonisten der Perseus und Andromeda Sage – Kepheus, Kassiopeia, Perseus, Andromeda. Ihre Geschichte habe ich in meiner vierteiligen Blogartikelserie aufbereitet.

Weitere vollständig sichtbare Sternbilder, über deren mythologischen Hintergründe ich Blogartikel verfasst habe, sind

Das Sternbild Achterdeck (Puppis) wird in unseren Breitengraden nie vollständig sichtbar sein. Es erreicht aber über dem Südhorizont seinen höchsten Stand. Als Bestandteil der Argonautensaga habe ich auch hier einen Blogartikel verfasst.

Sich verabschiedende Sternbilder

Die Sternbilder Pegasus, Fische (Pisces), Walfisch (Cetus) und der Fluss Eridanus verabschieden sich immer mehr vom Winternachthimmel.

Der folgende Film zeigt den Verlauf des Sternenhimmels im Januar jeweils zu 23 Uhr:

Planeten

Die Positionen der Planeten im Sonnensystem am 15.01.18 sind wie folgt:

Positionen der inneren Planeten am 15.01.18

Positionen der äußeren Planeten am 15.01.18

Morgens:

Der Merkur ist bis Mitte des Januar am morgendlichen Himmel beobachtbar. Seine Auf- und Untergangszeiten für Berlin sind:

  • 01.01.18: Aufgang: 06:26, Untergang: 14:35 (MEZ)
  • 11.01.18: Aufgang: 06:51, Untergang: 14:33 (MEZ)
  • 31.01.18: Aufgang: 07:33, Untergang: 15:31 (MEZ)

Die Venus bleibt bis Ende Februar unbeobachtbar, da sie derzeit von der Erde aus gesehen nahe bei bzw. hinter der Sonne befindet.

Der Mars bleibt noch ein Objekt des frühen Morgens. Seine Auf- und Untergangszeiten sind:

  • 01.01.18: Aufgang: 03:29, Untergang: 12:50 (MEZ)
  • 11.01.18: Aufgang: 03:25, Untergang: 12:25 (MEZ)
  • 31.01.18: Aufgang: 03:16, Untergang: 11:38 (MEZ)

Der Jupiter ist wie der Mars in den frühen Morgenstunden sichtbar. Seine Auf- und Untergangszeiten für Berlin sind:

  • 01.01.18: Aufgang: 03:44, Untergang: 12:58 (MEZ)
  • 11.01.18: Aufgang: 03:13, Untergang: 12:22 (MEZ)
  • 31.01.18: Aufgang: 02:09, Untergang: 11:10 (MEZ)

Der Saturn wird erst zum Monatsende in der Morgendämmerung beobachtbar sein. Seine Auf- und Untergangszeiten des Saturn für Berlin sind:

  • 01.01.18: Aufgang: 07:33, Untergang: 15:21 (MEZ)
  • 11.01.18: Aufgang: 06:59, Untergang: 14:47 (MEZ)
  • 31.01.18: Aufgang: 05:49, Untergang: 13:38 (MEZ)

Abends:

Die Abende des Januar 2018 bleiben „planetenfrei“, zumindest was freiäugige Beobachtungen angehen.

Spezielle Ereignisse

Der Januar 2018 ist ein besonderes Jahr hinsichtlich des Vollmonds: wir werden zwei sogenannte Blue Moon Ereignisse haben, im Januar und März. Was ist der sogenannte Blue Moon? Der „Blue Moon“, wörtlich übersetzt mit „Blauer Mond“, bezeichnet den zweiten Vollmond innerhalb eines Kalendermonats. Dieses Ereignis kommt nicht oft vor, nur ca. alle 2,5 Jahre.

In 2018 erleben wir allerdings zweimal diese Konstellation und zwar im Januar und März, während im Februar dadurch kein Vollmond zu sehen ist. Nähere Informationen zum „Blue Moon“ können z.B. nachgelesen werden bei www.der-mond.org

02.01.18, 03:24 Uhr – Vollmond

Die erste Vollmondnacht im Januar. Der Vollmond tritt am Morgen des 2. Januar um 3:24 Uhr ein, dargestellt in der folgenden Abbildung:

Vollmond am 02.01.18 um 3:24 Uhr morgens

Nacht vom 03.01.18 zum 04.01.18 – Maximum der Quadrantiden

Die Quadrantiden sind Meteorstrom, dessen Maximum im Januar liegt. Er ist einer der vier aktivsten Sternschnuppenschwärme. Der Ursprung der Leuchterscheinungen liegt im Sternbild Bärenhüter (Bootes), weswegen die Bezeichnung „Bootiden“ ebenfalls verwendet wird. Der Name „Quadrantiden“ leitet sich aus dem Sternbild „Mauerquadrant (Quadrans Muralis)“ ab, welches aber nicht zu den 88 offiziell definierten Sternbildern gehört.

Obwohl der Ursprung bzw. Radiant dieses Meteorstroms liegt im Januar nur knapp über dem Horizont. Dadurch ist ein guter Teil der Meteore in unseren Breiten nicht sichtbar:

04.01.18, ca. 21:50 Uhr – Austritt von 16 Leo (5,4 mag) am dunklen Mondrand

An diesem Abend findet die Bedeckung des Sterns 16 Leonis durch den Mond statt. Nach dem Austesten mit dem Programm Sky Safari 5 Pro (MacOS) gibt es folgende Zeiten für den Beginn und das Ende der Bedeckung:

  • Ca. 21:05 Uhr: Bedeckungsbeginn am hellen Mondrand
  • Ca. 21:52 Uhr: Bedeckungsende am dunklen Mondrand

Die folgenden Abbildungen zeigt die Position der beiden Objekte ca. 20 Minuten vor und nach Ein- und Austritt:

Stern 16 Leonis kurz vor der Mondbedeckung am 04.01.18

Stern 16 Leonis kurz nach der Mondbedeckung am 04.01.18

Abschließend zeige ich noch das Ein- und Austrittsgebiet von 16 Leonis mit den folgenden Abbildungen:

Eintrittsgebiet von 16 Leonis

Austrittsgebiet von 16 Leonis

07.01.18, ab 05:00 Uhr – Mars bei Jupiter

Am frühen Morgen des 7. Januars kann der Mars ganz eng beim Jupiter betrachtet werden. Der rote Planet zieht jetzt im Sternbild Waage an dem größten Planeten des Sonnensystems vorbei.

Der Mars zieht eng am Jupiter vorbei am 07.01.18 (morgens sichtbar)

Bahn des Mars am Himmel

Wie eng die beiden Planeten zusammenstehen, zeigt das folgende Bild. Der Umkreis mit der Bezeichnung „17 mm Baader Hyperion“ zeigt, dass beide Planeten selbst durch ein Teleskop bei ca. 117-facher Vergrößerung gemeinsam beobachtbar sind:

Teleskopansicht: Mars steht eng beim Jupiter

Im Fernglas (hier ein Sucher bei 10-facher Vergrößerung bei einer Objektivöffnung von 50 mm – 10×50) wird es interessant, die beiden Planeten fast zusammen zu sehen:

Mars steht eng beim Jupiter durch ein Finderscope bei 10-facher Vergrößerung

09.01.18 – Venus in oberer Konjunktion

Venus steht an diesem Tag in oberer Konjunktion bezogen auf die Erde. D.h. Sie steht als innerer Planet (wieder bezogen auf die Erde) genau hinter der Sonne. Sie zeigt uns in diesem Fall ihre voll beleuchtete Seite und zieht unbeobachtbar meist nördlich oder südlich der Sonne vorbei.

11.01.18 – Mond bei Jupiter und Mars

Die kleiner werdende Mondsichel wandert am morgendlichen Himmel bei Jupiter und Mars vorbei:

Mondsichel bei Mars und Jupiter am 11.01.18

Diese Dreierkonstellation kann mit einem Fernglas beobachtet werden (hier ein Sucher bei 10-facher Vergrößerung bei einer Objektöffnung von 50 mm – 10×50):

Mond bei Mars und Jupiter durch ein Finderscope beobachtbar am 11.01.18

13.01.18 – Merkur bei Saturn, tief im Südosten

In der Morgendämmerung kurz vor dem Sonnenaufgang lässt sich dann noch knapp über dem Horizont die Begegnung des Merkur mit dem Saturn nachverfolgen. Man sieht die beiden Planeten auch sehr schön in einer Linie mit der Mondsichel kurz vor dem Neumond und dem Planetenpaar Jupiter & Mars:

Merkur dicht bei Saturn knapp über dem Horizont am 13.01.18

Wie eng die beiden Planeten zusammenstehen, zeigt das folgende Bild. Der Umkreis mit der Bezeichnung „24 mm Baader Hyperion“ zeigt, dass beide Planeten selbst durch ein Teleskop bei ca. 85-facher Vergrößerung gemeinsam beobachtbar sind:

Merkur steht eng beim Saturn

15.01.18 – Letzte Morgensichtbarkeit Mondsichel vor Neumond

In der Morgendämmerung kurz vor dem Sonnenaufgang kann die schmale Mondsichel das letzte Mal vor dem Neumond beobachtet werden. Sie befindet sich dabei in enger Nachbarschaft zu den Planeten Merkur und Saturn:

Letzte Morgensichtbarkeit der Mondsichel vor dem Neumond

Alle drei Objekte können zusammen mit einem Fernglas beobachtet werden (hier ein Sucher bei 10-facher Vergrößerung bei einer Objektöffnung von 50 mm – 10×50):

Schmale Mondsichel eng bei Merkur und Saturn

17.01.18, 03:17 Uhr – Neumond

Der Neumond findet am Morgen des 17.01.18 statt:

Neumond am 17.01.18

18.01.18 – Erste Abendsichtbarkeit Mondsichel nach Neumond

Die schmale Mondsichel kann zumindest mit Fernglas in der Abenddämmerung kurz nach dem Sonnenuntergang beobachtet werden:

Schmale Mondsichel nach dem Neumond in der Abenddämmerung

31.01.18, 14:27 Uhr – Vollmond

Der erste „Blue Moon“ in 2018, siehe dazu die Einleitung oben zu diesem Kapitel.

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