In dieser Blogartikelserie gebe ich eine Vorschau auf astronomische Ereignisse und Konstellationen, die mit bloßem Auge oder maximal einem Fernglas beobachtet werden können. Bitte beachten Sie: Die Uhrzeiten für den April sind in mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) angegeben und entsprechen dem Standort Berlin.
Verlinkung innerhalb dieser Serie:
Sonnenaufgang und -untergang, Mondsichtbarkeiten
Quelle: https://www.der-mond.de (Die Faszination des Mondes)
Ein Service von www.Der-Mond.de
Wissen und Beobachtung zum Mond
Der Sternenhimmel im April 2025


Die erste Abbildung zeigt den Sternenhimmel am 15. April um 23 Uhr. Bei der zweiten Abbildung handelt es sich um den Morgen des gleichen Tages, 4 Uhr. Beide sind auf den Standort Berlin ausgerichtet. Die Erläuterungen in diesem Blogartikel beziehen sich auf den Nachthimmel um 23 Uhr.
Der folgende Film zeigt die Sternbilder und den Verlauf des Sternenhimmels im April:
Neu auftauchende Sternbilder
Die Sternbilder Schwan (Cygnus), Schlangenträger (Ophiuchus) und Waage (Libra) werden in den Nächten des April vollständig sichtbar. Die zum Schlangenträger gehörende Schlange (Serpens) erscheint zumindest mit ihrer vorderen Hälfte.
Wesentliche am Nachthimmel stehende Sternbilder und Konstellationen
Die Konstellation des Frühlingsdreiecks steht gegen Mitternacht optimal sichtbar im Meridian. Es setzt sich aus den hellen Sternen folgender Sternbilder zusammen:
- Regulus (Sternbild Löwe)
- Spika / Spica (Sternbild Jungfrau)
- Arktur / Arcturus (Sternbild Bootes)
Das Wintersechseck hingegen zieht sich nun unter den westlichen Horizont zurück. Das Sommerdreieck zeigt sich übrigens schon teilweise am Osten.
Die vorgenannten drei Konstellationen stellen allerdings keine offiziellen Sternbilder dar. Vielmehr handelt es sich um weitere, nicht offizielle Sternkonstellationen, die weithin bekannt sind. Nichtoffizielle Sternbilder werden Asterismen genannt. Einige von ihnen, die derzeit sichtbar sind, zähle ich am Ende der Sternbildauflistung auf.
Das Sternbild Andromeda erreicht bald ihren tiefsten Stand im nördlichen Himmelsbereich und ist nur unvollständig sichtbar. Das Sternbild Walfisch (Cetus) steht komplett unter dem Horizont. Somit verbleiben von den Protagonisten der Perseus-Sage nur Kepheus, Kassiopeia und Perseus. Informationen zur Sage habe ich in einer vierteiligen Blogartikelserie aufbereitet.
Weitere sichtbare Sternbilder, über deren mythologischen Hintergrund ich geschrieben habe, sind:
- Leier
- Große Bärin (Ursa Major) und Kleiner Bär (Ursa Minor)
- Drache (Draco)
- Herkules (Hercules)
- Haar der Berenike (Coma Berenices)
- Jungfrau (Virgo)
- Löwe (Leo)
- Krebs (Cancer)
- Fuhrmann (Auriga)
Außerdem stehen der Rabe (Corvus), der Becher (Crater), das Einhorn (Monoceros), der Kleine Löwe (Leo Minor), die Zwillinge (Gemini), die Giraffe (Camelopardais), die Krone des Nordens (Corona Borealis) und der Bärenhüter (Bootes) weiterhin sichtbar am Nachthimmel.
Das weitläufige Sternbild Hydra kann derzeit gegen Mitternacht vollständig über dem Horizont beobachtet werden. Aufgrund der Horizontnähe und der Lichtverschmutzung in den Städten ist dies allerdings nicht einfach. Näheres dazu kann in meinem Blogartikel „Die Hydra – besiegt von Herakles und der Lichtverschmutzung“ nachgelesen werden. Unter der Lichtverschmutzung leidet auch das Sternbild Krebs. Es ist ohnehin schon ein unauffälliges Sternbild, da sich in ihm keine hellen Sterne befinden. Bei schlechten Sichtbedingungen ist der Krebs nicht mehr (vollständig) zu sehen ist.
Der Drache ist ein weiteres Sternbild, welches i. d. R. nicht auf den ersten Blick erkannt wird. Es nimmt zwar einen großen Himmelsbereich ein, wird aber von seinen prominenten Nachbarn Großer und Kleiner Bär sowie dem Schwan dominiert. Horizontnahe Sternbilder wie der Rabe (Corvus) und Becher (Crater) gehen bei Lichtverschmutzung nahezu komplett unter.
Der Bärenhüter (Bootes) beherbergt übrigens den markanten Stern Arktur. Er kann schon in der Abenddämmerung gesehen werden. Er ist der hellste Stern am Nordhimmel und der dritthellste insgesamt.
Sich verabschiedende Sternbilder
Die sich vom Nachthimmel verabschiedenden Sternbilder sind der Stier (Taurus), der Orion und das Einhorn.
Asterismen
In der obigen Sternhimmelabbildung (23 Uhr) habe ich neben Wintersechseck und Frühlingsdreieck weitere Asterismen in Orange eingezeichnet:
- Der Große Wagen dürfte der bekannteste Asterismus sein. Er ist der Kernbestandteil vom Sternbild . Der Große Bär / Die große Bärin. Im englischen Sprachraum ist der Schöpflöffel (Big Dipper) dagegen bekannter. Dieser Asterismus entspricht fast dem Großen Wagen, wenn man von der oberen Verbindungslinie des Kastens absieht. Auch in China ist diese Sternkonstellation als „Nördlicher Schöpflöffel“ bekannt.
- Der Kleine Wagen (Little Dipper) ist die kleinere Version des Schöpflöffels bzw. Großen Wagens.
- Im Sternbild Herkules findet sich der Asterismus Schmetterling (Butterfly).
- Der wesentliche Teil des Sternbilds Bootes bildet den Asterismus Drachen. Damit ist nicht das Ungeheuer gemeint, sondern die Flugdrachen an der Schnur.
- Das Sternbild Jungfrau beinhaltet den Asterismus Diamant.
- Der Asterismus Sichel (Sickle) ist Teil des Sternbilds Löwe (Leo). Im Grunde gleicht die Erscheinung dieser Sternkonstellation einer sich wölbenden Mähne.
- Kassiopeias Stuhl: Warum ist der Stuhl so wichtig, dass er am Nachthimmel mit Kassiopeia dargestellt wird? Nun, Poseidon fand, dass Kassiopeia nicht ungestraft mit ihrer Eitelkeit davonkommen sollte. Die hatte je nach Erzählweise sich oder ihre Tochter Andromeda als schönste Frau bezeichnet und damit die Götter vor den Kopf gestoßen. Da das Opfer ihrer Tochter Andromeda an das Seemonster von Perseus vereitelt wurde, musste sich Poseidon eine andere Strafe ausdenken. Er verbannte Kassiopeia in den Himmel, an einen Stuhl gefesselt. So muss sie ewig um den Himmelspol kreisen, die Hälfte des Jahres kopfüber. Aber nicht immer ist Kassiopeia an einen Stuhl gefesselt illustriert worden. In späteren Darstellungen hält sie einen Spiegel und ein Palmblatt in ihren Händen. Ersterer gilt als Zeichen der Eitelkeit. Die Bedeutung des Palmblatts ist allerdings nicht klar.
Die Planeten
Die Positionen der Planeten im Sonnensystem am 01.04.25:


Die Bewegung der Planeten im Sonnensystem und am Himmel im April 2025:
Planeten am Morgen
Venus
Die Venus beginnt ihre Morgensichtbarkeit. Allerdings steht sie erheblich tiefer als bei ihrer Abendsichtbarkeit der letzten Monate, sodass sie nicht gut zu sehen ist. Die Auf- und Untergangszeiten der Venus für Berlin sind:
- 01.04.25: Aufgang: 05:47, Untergang: 18:51
- 16.04.25: Aufgang: 05:05, Untergang: 17:27
- 30.04.25: Aufgang: 04:35, Untergang: 16:53
Planeten am Abend und in der Nacht
Mars
Der Mars ist immer noch der Planet der ganzen Nacht. Allerdings verringert sich seine scheinbare Helligkeit immer weiter aufgrund des größer werdenden Abstands zur Erde. Die Auf- und Untergangszeiten des Mars für Berlin sind:
- 01.04.24: Aufgang: 11:54, Untergang: 04:54
- 16.04.24: Aufgang: 11:29, Untergang: 04:07
- 30.04.24: Aufgang: 11:11, Untergang: 03:25
Jupiter
Der Jupiter ist abends bis zur Hälfte der Nacht zu sehen. Da die Tage immer länger werden, sein Untergang sich zum Monatsende auf Mitternacht zubewegt, wird das Beobachtungsfenster entsprechend kürzer. Die Auf- und Untergangszeiten des Jupiter für Berlin sind:
- 01.04.25: Aufgang: 09:21, Untergang: 01:57
- 16.04.25: Aufgang: 08:31, Untergang: 01:11
- 30.04.25: Aufgang: 07:46, Untergang: 00:30
Nicht sichtbar
Merkur
Der Merkur kann im April nicht gesehen werden. Seine steht südlicher als die Sonne am Himmel, sodass er morgens zu flach steht. Die Auf- und Untergangszeiten des Merkur für Berlin sind:
- 01.04.25: Aufgang: 06:25, Untergang: 18:39
- 16.04.25: Aufgang: 05:50, Untergang: 17:40
- 30.04.25: Aufgang: 05:25, Untergang: 18:07
Saturn
Der Saturn kann im April nicht beobachtet werden. Seine Auf- und Untergangszeiten für Berlin sind:
- 01.04.25: Aufgang: 06:42, Untergang: 18:05
- 16.04.25: Aufgang: 05:46, Untergang: 17:16
- 30.04.25: Aufgang: 04:53, Untergang: 16:30
Spezielle Ereignisse
01.04.25, 22:30 Uhr (MESZ) – Mondsichel bedeckt die Plejaden
Die Mondsichel wird noch vor Mitternacht im Sternhaufen der Plejaden stehen. Dabei kommt es zu Bedeckungen einzelner Sterne. Allerdings gehen Mond und Plejaden kurz nach Mitternacht unter, sodass der Austritt der Sichel aus dem Sternhaufen von Deutschland aus nicht mehr beobachtbar ist.


02.04.25, 22:00 Uhr (MESZ) – Mondsichel nahe beim Jupiter
Die Mondsichel steht heute Abend und nachts westlich um Jupiter. Sie können auch gemeinsam im Fernglas beobachtet werden.


05.04.25, 20:30 (MESZ) – Mond recht nahe beim Mars und den Zwillingen
Nach der Bedeckung der Plejaden (1. April) und der Begegnung mit dem Jupiter (2. April) ist der Mond nun beim Mars angekommen. Zusammen mit den Zwillingen Castor und Pollux im gleichnamigen Sternbild bilden sie eine auffällige Konstellation am Nachthimmel.


05.04.25. 20:30 Uhr (MESZ) – Mond beim Sternhaufen M44 (Krippe)
Der Mond steht heute Abend und Nacht in der Nähe des Sternhaufens M44. Dieser wird auch (Futter-) Krippe und im englischen Sprachraum Beehive (Bienenstock) Cluster genannt. M44 kann unter guten Bedingungen mit bloßem Auge als Nebelfleckchen erkannt werden. Mit dem Fernglas bietet sich ein schöner Anblick von einigen Dutzend Sternen. Insgesamt sind es rund 300 Sterne. Der Mond steht heute recht nahe bei M44. Man kann also versuchen, beide gemeinsam mit dem Fernglas zu beobachten. Die zweite Abbildung unten gibt das ungefähre Sichtfeld eines Fernglases mit zehnfacher Vergrößerung an. Mit geringerer Vergrößerung sollte es also kein Problem sein, Mond und M44 vollständig zu erfassen.


07.04.25, 04:55 bis 05:04 Uhr (MESZ) – Hesiodus-Strahl – Mond (nur der Beginn)
Die Umgebung der Tag- und Nachtgrenze des Mondes, auch Terminator genannt, sorgt für interessante Licht- / Schattenspiele. So auch im Krater Hesiodus. Dieser Lichteffekt tritt monatlich auf, kann aber nicht immer betrachtet werden. Das liegt dann daran, dass der Mond bei uns dann nicht am Himmel steht oder es noch Tag ist.
Beobachtung:
- Beginn: 04:55 Uhr
- Monduntergang und Ende der Beobachtung: 05:04 Uhr
Hintergrundinformation:
Direkt am Krater Hesiodus liegt der Krater Pitatus. Beide sind durch einen Kraterwall verbunden, welcher einen Durchlass hat. Während einer bestimmten Mondphase zu einem bestimmten Zeitpunkt geht die Sonne über Pitatus auf und beginnt, durch die Rille in den Krater Hesiodus zu strahlen. Dieser Strahl (Hesiodusstrahl) kann dann durch ein Fernglas (besser: Teleskop) beobachtet werden. Mit der Zeit leuchtet die Sonne dann immer mehr vom Kraterboden in Hesiodus aus. Siehe auch meinen Beobachtungsbericht für den 17.03.16: hier.
13.04.25, 02:22 Uhr (MESZ) – Vollmond
Der Vollmond findet am 13. April um 02:22 Uhr statt.

18.04.25, 21:00 Uhr (MESZ) – Sonne tritt in das Sternbild Widder ein
Am 18. April tritt die Sonne in den Himmelsbereich ein, der von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) als zum Sternbild Widder zugehörig definiert wurde.

Der Begriff Sternbild ist hier bitte nicht mit dem Begriff Sternzeichen / Tierkreiszeichen zu verwechseln. Sternbild ist ein astronomischer Begriff, der sich auf tatsächlich beobachtbare Phänomene am Himmel und im Weltraum bezieht. Sternzeichen / Tierkreiszeichen sind esoterische Begriffe. Näheres zur Unterscheidung dieser Begriffe ist in meinem Blogartikel „Von Sternbildern, Tierkreiszeichen und Asterismen“ erläutert.
22.04.25, in der Nacht zum 23.04.25 – Maximum der Lyriden
Die Lyriden sind vom 16. bis 25. April zu sehen. Das Maximum erreicht der Meteorstrom in der Nacht vom 22. zum 23. April. Der Radiant liegt unweit vom Stern Wega im Sternbild Leier (Lyra):

25.04.25, 05:30 (MESZ) – Letzte Morgensichtbarkeit der Mondsichel zwischen Venus und Saturn
Zwei Tage vor dem Neumond steht die schon sehr schmale Mondsichel zwischen Venus und Saturn. Beide Planeten stehen an sich schon eng beieinander. Dazu kommt jetzt noch der Mond. Dieser Anblick ist allerdings nur kurz in der Dämmerung zu genießen. Denn die Konstellation steht recht nahe bei der Sonne, die kurz danach schon aufgeht.


27.04.25, 21:31 Uhr (MESZ) – Neumond
Am 27. April um 21:31 Uhr abends tritt der Neumond ein. Die Sonnen- und Mondstellung sind wie folgt:

28.04.25, 21:00 Uhr – Erste Abendsichtbarkeit der zunehmenden Mondsichel
Am Abend des 28. April besteht die Möglichkeit, zum ersten Mal nach dem Neumond die Mondsichel zu erblicken. Der Mond hat genügend Abstand zur Sonne, welche gegen 21:00 Uhr tief genug unter dem Horizont steht. Er steht nahe den Plejaden. Mond und Mars folgen in größerem Abstand.
