Astronomie ohne Teleskop: Vorschau für April 2017

In dieser Blogartikelserie gebe ich eine Vorschau von astronomischen Ereignissen und Konstellationen, die ohne Teleskop betrachtet werden können. D.h. es werden nur das bloße Auge oder maximal ein Fernglas benötigt.

Verlinkung innerhalb dieser Serie:

Sonnenaufgang und -untergang, Mondsichtbarkeiten

Die Sonnenaufgangs- und -untergangszeiten (MESZ) im April sind für Berlin:

  • 01.04.17: Aufgang: 06:40, Untergang: 19:41
  • 16.04.17: Aufgang: 06:06, Untergang: 20:07
  • 30.04.17: Aufgang: 05:37, Untergang: 20:31


Die folgende Tabelle der Monddaten wurde mit calsky.com erstellt. Sie gelten für Berlin:

Mondphasen im April 2017

Der Sternenhimmel im April 2017

Der Sternenhimmel am 14. April um 22 Uhr
Der Sternenhimmel am 14. April um 05 Uhr

Die erste Abbildung zeigt den Sternenhimmel am 14. April um 22 Uhr. Der Morgen des 14. April (5 Uhr) wird von der zweiten Abbildung dargestellt. Die nachfolgenden Erläuterungen beziehen sich auf das Abendbild.

Das Wintersechseck (siehe Vorschau vom Januar) verschwindet jetzt vom nächtlichen Sternenhimmel. Das Frühlingsdreieck (siehe Vorschau vom Februar) steht hingegen in voller Pracht nachts im Meridian.

Wesentliche sichtbare Sternbilder:

Das Sternbild Andromeda erreicht bald ihren tiefsten Stand im nördlichen Himmelsbereich. Da sich das Sternbild Walfisch (Cetus) komplett unter dem Horizont befindet, steht stehen die Protagonisten der Perseus-Sage nur unvollständig am nächtlichen Himmel, nämlich Kepheus, Kassiopeia und Perseus. Informationen zur Sage habe ich in einer vierteiligen Blogartikelserie aufbereitet.

Das weitläufige Sternbild Hydra kann jetzt gegen Mitternacht vollständig über dem Horizont beobachtet werden. Aufgrund der Horizontnähe und der Lichtverschmutzung in den Städten ist dies allerdings recht schwer, wie mein Blogartikel „Die Hydra – besiegt von Herakles und der Lichtverschmutzung“ beschreibt. Die Leier steigt im Nachthimmel immer höher auf.

Weitere sichtbare Sternbilder, über deren mythologischen Hintergrund ich geschrieben habe, sind:

Außerdem stehen die Sternbilder Löwe (Leo), Kleiner Löwe (Leo Minor), Krebs (Cancer), die Zwillinge (Gemini), Fuhrmann (Auriga), Giraffe (Camelopardais), Drache (Draco), Bärenhüter (Bootes) weiterhin gut sichtbar am Nachthimmel. Natürlich muss man die Lichtverschmutzung in Betracht ziehen, so dass sich einige Sternbilder in der Stadt schlecht auffinden lassen. Das ist z.B. beim Krebs und beim Drachen der Fall. Die horizontnahen Sternbilder Rabe (Corvus) und Becher (Crater) gehen bei Lichtverschmutzung so gut wie komplett unter.

Neu auftauchende Sternbilder:

Der Schwan kann knapp über dem nordöstlichen Horizont bewundert werden und steht gegen Ende des Aprils vollständig am mitternächtlichen Himmel. Der erste Teil der Schlange (Serpens) ist jetzt in Gänze sichtbar, wenn auch noch knapp über dem Horizont. Der Schlangenträger (Orphiuchus) folgt ihr und taucht schon teilweise am Sternenhimmel auf. Das Sternbild der Waage (Libra) schafft es im April in unseren Breiten ebenfalls noch nicht vollständig über den Horizont.

Sich verabschiedende Sternbilder:

Die recht bekannten und von mir behandelten Sternbilder Widder (Aries), Stier (Taurus) und der Orion machen sich langsam auf den Weg unter den Horizont. Das Einhorn (Monoceros) folgt ihnen dicht auf den Fersen.

Asterismen:

In der Sternenhimmelabbildung oben habe ich neben Wintersechseck und Frühlingsdreieck weitere Asterismen in Gelb eingezeichnet:

  • Das Kreuz des Nordens bildet sich aus Körper und Flügelspannweite des Sternbilds Schwan.Die weiteren Asterismen habe ich schon in vorigen Monatsvorschauartikeln (Februar, Januar) beschrieben:
  • Schöpflöffel (Big Dipper)
  • Sichel
  • Kassiopeias Stuhl
  • Schmetterling (Butterfly)
  • Asterismus Diamant

Der folgende Film zeigt den Verlauf des Sternenhimmels im April jeweils zu Mitternacht:

Planeten

Morgens:

Die Venus ist seit dem 25. März wieder ein Morgenstern und geht immer früher vor der Sonne auf. Am 26. April erreicht sie ihren größten Glanz (siehe auch nächsten Abschnitt „Spezielle Ereignisse“.

Die Auf- und Untergangszeiten für Berlin sind:

  • 01.04.17: Aufgang: 05:34, Untergang: 18:57
  • 16.04.17: Aufgang: 04:50, Untergang: 17:25
  • 30.04.17: Aufgang: 04:20, Untergang: 16:44

Abends:

Seit dem 22. März ist es möglich, Merkur mit bloßem Auge zu beobachten. Am 1. April steht der Merkur in östlicher Elongation. Wenn die Bedingungen günstig sind, kann er ca. 1,5 Stunden beobachtet werden, davon ungefähr 1 Std. mit bloßem Auge ohne Fernglas. Danach wird der Merkur blasser. Ab dem 6. April kann er nur noch mit dem Fernglas erfasst werden, bis er nach dem 10. April zu nahe an der Sonne steht. Dann endet sein derzeitiges Sichtbarkeitsfenster. Die Auf- und Untergangszeiten für Berlin sind:

  • 01.04.17: Aufgang: 06:56, Untergang: 21:37
  • 16.04.17: Aufgang: 05:59, Untergang: 20:48
  • 30.04.17: Aufgang: 05:15, Untergang: 18:52

Der Mars ist weiterhin am frühen Abendhimmel zu sehen. Aufgrund der längeren Tageshelligkeiten und dem niedrigen Stand über dem Horizont sind die Beobachtungsbedingungen allerdings ungünstig.

  • 01.04.17: Aufgang: 07:41, Untergang: 22:57
  • 21.04.17: Aufgang: 06:54, Untergang: 23:00
  • 30.04.17: Aufgang: 06:36, Untergang: 22:59

Der Jupiter steht am 7. April in Opposition, und ist gesamte Nacht sichtbar. siehe nächsten Abschnitt „Spezielle Ereignisse“. Seine Auf- und Untergangszeiten sind:

  • 01.04.17: Aufgang: 20:07, Untergang: 07:12
  • 21.04.17: Aufgang: 18:34, Untergang: 05:49
  • 30.04.17: Aufgang: 17:49, Untergang: 05:07

Der Saturn ist weiterhin ein Planet der zweiten Nachthälfte, wobei sein Aufgang gegen Monatsende dann schon kurz nach Mitternacht liegt. Seine Auf- und Untergangszeiten sind:

  • 01.04.17: Aufgang: 02:19, Untergang: 10:13
  • 21.04.17: Aufgang: 01:40, Untergang: 09:34
  • 30.04.17: Aufgang: 00:23, Untergang: 08:18

Spezielle Ereignisse

01.04.17: Merkur in größter östlicher Elongation

In diesen Tagen hat man die derzeit beste Sichtbarkeit des Merkur. Siehe dazu das vorige Kapitel zu den Planeten. Am 1. April erreicht der Merkur seinen größten Abstand nach Sonnenuntergang für uns auf der Erde.

Zur Erinnerung: die Elongation ist der von einem Beobachter (hier: auf der Erde stehend) aus gesehene Winkelabstand zweier Himmelsobjekte bezeichnet. Im Allgemeinen steht der Beobachter auf der Erde und die Elongation beschreibt den beobachteten (scheinbaren) Abstand eines Planeten von der Sonne.

Die Elongation wird westlich bzw. östlich der Sonne jeweils von 0° bis 180° gemessen. Bei westlicher Elongation geht das Objekt vor der Sonne auf und kann am Morgenhimmel gesehen werden. Östlicher Elongation bedeutet, es geht nach der Sonne unter und kann am Abendhimmel beobachtet werden.

07.04.17: Jupiter in Opposition

Jupiter in Opposition bedeutet, dass der Planet sich auf der Verlängerung der gedachten Linie Sonne zur Erde befindet. Er ist daher über die gesamte Nacht zu sehen. Mit einer Helligkeit von – 2,4 mag wird er zu einem auffälligen Objekt am Abendhimmel. Diese Gelegenheit sollte man nutzen, denn der Jupiter hat den Bereich unter dem Himmelsäquator betreten. D.h. sein Abstand zum Horizont verringert sich die nächsten Jahre immer weiter, so dass die Beobachtungsbedingungen für ihn schlechter werden.

Zur Zeit befindet sich Jupiter im Sternbild Jungfrau. Während der Opposition kann mindestens mit dem Fernglas sogar die enge Begegnung Jupiters mit dem 4,4 mag hellen Stern Theta Virginis beobachtet werden. Hierfür muss allerdings ein Fernglas benutzt werden. Der Jupiter überstrahlt bei bloßem Auge betrachtet Theta Virginis:

Jupiter in Opposition im Sternbild Jungfrau am 07.04.17 abends
Jupiter in Opposition nahe bei Theta Virginis am 07.04.17 abends

Gleichzeitig sind die vier klassischen Jupiter Monde alle östlich des Planeten versammelt:

Jupiter bei Theta Virginis mit den 4 Galileiischen Monden um Mitternacht vom 07.04.17 zum 08.04.17

10.04.17: Mond bei Jupiter

Abends steht der Planet nahe dem Mond im Sternbild Jungfrau:

17.04.17: Mond bei Saturn

In den Morgenstunden des 17. April wird der Planet Saturn vom Mond begleitet:

Mond bei Saturn am 17.04.17 morgens

23.04.17: Schmale Mondsichel bei Venus

An diesem Morgen kann man mit Glück die schmale Mondsichel kurz vor Neumond bei der Venus sehen:

Schmale Mondsichel bei Venus kurz vor Sonnenaufgang um 05:30 Uhr

26.04.17: Venus im größten Glanz

Die Venus ist seit dem 25. März ein Morgenstern. Abends ist sie seither nicht mehr zu sehen. Sie hat die Erde auf ihrer Innenbahn überholt und ist nördlich an der Sonne vorbeigezogen. Der Planet ist zwar mit – 4,7 mag fast so hell wie bei ihrer Abendsichtbarkeit. Die Dämmerung verdirbt aber ihre Ansicht, zumal die Venus nur knapp 7° hoch steht.

Man kann versuchten, die Venus mit bloßem Auge am Tageshimmel zu finden. Heute erreicht die Venus gegen 11:00 MESZ ihren höchsten Punkt der Tagesbahn (= Kulmination), konkret bei 40° über dem Horizont in Südrichtung. Die Sonne steht zur gleichen Zeit nur unwesentlich höher im Südosten. Um die Venus zu finden, stellt man sich so hinter eine Hauswandkante, dass die Sonne knapp von ihr verdeckt ist, mit freiem Blick nach Westen. Man schaut dann von der Position der Sonne aus 37° in etwa gleicher Höhe nach rechts (= Westen). Das entspricht ca. dem Zweifachen der gespreizten Hand bei ausgestrecktem Arm.

28.04.17: Schmale Mondsichel beim Mars

Kurz nach Sonnenuntergang steht der Mars noch über dem westlichen Horizont. Die schmale Mondsichel kurz nach dem Neumond steht in der Nähe des Planeten:

Schmale Mondsichel bei Mars um 21:30 Uhr

Verlinkung innerhalb dieser Serie:

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