Venus, M42 und M43 am 14.03.2020: Second Light für meinen Raspberry Pi am Teleskop

Nach recht langer Durststrecke hinsichtlich Beobachtungen war der Samstag nahezu wolkenfrei. Und die „einsame“ Beobachtung auf der Balkonterrasse kommt den aktuellen Maßnahmen gegen die massenhafte Covid-19 Infektion entgegen. Nun war es soweit, mein digitales aufgerüstetes Teleskop in voller Ausprägung zu nutzen:

  • Celestron NexStar 8SE, äquitoriale Montierung. Das Teleskop wird derzeit noch über Steckdose mit Strom versorgt. Es „fehlt“ noch ein zweiter Celestron Akku Tank, siehe unten.
  • Raspberry Pi 4 mit Stromversorgung per 20.000 mAh Akku. Über eine Funk-Minitastatur kann ich den Minicomputer bedienen. Er ist in das Heimnetzwerk eingebunden, so dass ich die erstellen Videos und Bilder per SFTP vom meinem Desktop Computer herunterladen kann.
  • 11-Zoll Monitor für den Raspberry Pi, mit Schwanenhals Tablethalter am Tripod des Teleskops befestigt. Die 12 V Stromversorgung erfolgt über den Celestron PowerTank LiFePO4 12V/3A.
  • Kamera ASI Zwo 385 MC, angeschlossen per USB3 an den Raspberry Pi.
  • Wesentliche installierte Software auf dem Raspberry Pi
    • Automatisierungssoftware KStars mit Ekos in der Installation Stellarmate auf Ubuntu Linux zur Steuerung des Teleskops und der Fotoaufnahmen.
    • oacapture zur Erstellung von Video für Planeten- / Mondbilder.

Die Kamera und der Raspberry kamen schon letztes Jahr für den Merkurtransit zum Einsatz. Siehe dazu meinen Liveticker.

Weiteres Equipment wie Barlowlinse und Atmospheric Dispersion Corrector kamen nicht zum Einsatz. Ich möchte mich erst mit diesem neuen Setup anfreunden.

Zum Sonnenuntergang, bei noch hellem Himmel, war die Venus als strahlendes Objekt hochstehend gut zu erkennen. Also erfolgten entsprechende Filmaufnahmen von der „halben Venus“:

Die Daten vom folgenden Bild der Venus sind:

  • Video mit 1.000 Frames
  • Stacking mit Autostakkert; 350 verwendete Frame
  • Nachbearbeitung Kontrast und mit Gradationswerkzeug in Affinity Photo
Venus mit Phase
Venus mit Phase

Weitere Infos zu den Venusphasen:

Mit der Nacht kamen dann die Nebel M42 und M43 dran. Wie gesagt, es geht mir erst einmal um das Kennenlernen der Software, der Kamera und der Nachbearbeitung mit der Software PixInsight. Ehe ich hier gute Bilder als Ergebnis liefern kann, wird es noch lange dauern. Dazu kommt, dass ich für Deep Sky Fotographie eine parallaktische Montierung in guter Laufqualität bräuchte, mit der längere Belichtungszeiten möglich sind. Mit meiner Montierung sind rund 5 Sekunden Belichtung am Stück möglich, ehe im Bild „Hänger“ und „Verschmierungen“ aufgrund des unruhigen Laufs der Montierung sichtbar werden. Selbst ohne diese Unzulänglichkeiten würden sich die Objekte im Sichtfeld nach kürzerer Zeit drehen, was eine parallaktische Montierung vermeidet.

M43 – De Mairans Nebel (Ausschnitt)

One Shot Bild ohne Stacking und ohne jegliche Bearbeitung; nur die permanent angewandte Screen Transfer Function, um das Objekt im Bild sichtbar zu machen. Man in diesem Bild auch die ganzen Pixelgruppen für die „Farbkodierung“ der Kamera (hier: RGGB Debayer Matrix).

M43 - Belichtung: 5s, Gain: 50
M43 – Belichtung: 5s, Gain: 50

M42 – Orionnebel (Ausschnitt):

Einen Ausschnitt des Orionnebels zeigt das folgende Bild

  • Belichtung 1 Sekunde
  • Gain: 100
  • 40 von 50 Einzelaufnahmen wurden nach Bewertung durch das Programm PixInsight ausgewählt und einem Summenbild zusammengefügt.
  • Die weitere Bearbeitung des Summenbilds incl. Einrechnung von Darks and Flats fehlt aber noch.
M42: Links Einzelaufnahme unbearbeitet, rechts 40 Einzelaufnahmen gestackt ohne weitere Nachbearbeitungen
M42: Links Einzelaufnahme unbearbeitet, rechts 40 Einzelaufnahmen gestackt ohne weitere Nachbearbeitungen

In den kommenden Tagen werde ich mich weiter durch das Programm PixInsight „quälen“, um Aufnahme von M42 weiter zu verbessern. Ich lerne hierbei vom YouTube Kanal des Mitch A die (vielen) einzelnen Schritte kennen. Mal schauen, wie das Endresultat ausschauen wird. Im Internet finden sich noch viele weitere Tutorials, welches die Bildqualität wahrscheinlich noch weiter verbessern können. Außerdem habe ich Fotoserien mit unterschiedlichen Belichtungszeiten angelegt. Diese werde ich ebenfalls mit PixInsight bearbeiten. So kann ich herausfinden, welches die optimale Belichtungszeit für mein derzeitiges Teleskop Setup für den Orionnebel ist.

Weitere Impressionen vom Beobachtungsabend

Junior testet die Inbetriebnahem des Telesops
Junior testet die Inbetriebnahme des Teleskops
Erstellung der Flatframes nach dem bewährten T-Shirt Prinzip
Erstellung der Flatframes nach dem bewährten T-Shirt Prinzip
Bedienung der Software auf dem Raspberry Pi
Bedienung der Software auf dem Raspberry Pi
Ekos erstellt gerade die Fotoserie für M43
Ekos erstellt gerade die Fotoserie für M43
Erstellung Fotoserie für M42
Erstellung Fotoserie für M42
Dateien werden auf den Desktoprechner heruntergeladen
Dateien werden auf den Desktoprechner heruntergeladen

PixInsight führt mit guter alter Konsole einen Bearbeitungsprozess aus:

PixInsight

2 Gedanken zu “Venus, M42 und M43 am 14.03.2020: Second Light für meinen Raspberry Pi am Teleskop

  1. Klingt sehr kompliziert, aber interessant für mich als Laie. Aber doch eine den Einfalssreichtum fordernde sehr schöne und sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Ich konnte unlängst die ganze Geräteanordnung bewundern.

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