Verliert die Post ihre Kernkompetenz?

Es ist erschreckend anzusehen, wie sehr ein aus in früheren Zeiten sehr angesehenes Staatsunternehmen heruntergewirtschaftet wird – zumindest was Zuverlässigkeit angeht.

Es fing schon vor 9 Jahren an. In meiner damaligen Wohngegend – Berlin Steglitz – wurden 4 Postfilialen zu einer Centerfiliale zusammengefasst. Danach wurde nur noch durchschnittlich 3-mal die Woche Post zugestellt. Dies habe ich über einen längeren Zeitraum mit Testpostkarten nachgewiesen. Dazu kam, dass Zustellversuche nicht oder zu spät mitgeteilt wurden. Die Pakete waren daher schon längst wieder auf dem Weg zum Absender, als ich die Benachrichtigung bekam. Und während der Ferienzeit musste ich Angst darum haben, dass mir überhaupt noch Post zugestellt wurde. Die Aushilfen waren nicht in der Lage Hausnummern zu finden. So wurden z.B. neue Kreditkarten nachweisbar als unzustellbar zurückgeschickt.

Nach dem Wegzug aus dieser Gegend dachte ich, dass das Problem der Inkompetenz und Unzuverlässigkeit erledigt sei, da dies nur ein Problem der dortigen Filiale war. Leider habe ich mich getäuscht. Auch jetzt treten die Probleme auf. Und das obwohl wir citynah in der Bundeshauptstadt Berlin wohnen.

Dass auch hier nicht täglich zugestellt wird, ist an den verspäteten Zustellungen von abonnierten Zeitschriften klar zu erkennen. Die Benachrichtigungskarten für Pakete kommen 2-4 Tage nach der Zustellung an. Eine Beschwerde wurde von der Post so beantwortet:

Wir können Ihre Verärgerung über die Unregelmäßigkeit in der Belieferung verstehen. Für diese Störung bitten wir Sie um Entschuldigung.

Gerne hätten wir die Ursache geklärt. Nach Recherchen in unseren Meldesystemen ist uns das in diesem Fall leider nicht gelungen. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass Presseerzeugnisse – ebenso wie Briefe – auf dem Versandweg und in der Zustellung nicht nachgewiesen werden.

Wir hoffen, dass die Leistungen unseres Unternehmens künftig wieder Ihren Erwartungen entsprechen.

Der 2. Absatz sagt eigentlich aus, dass die Post ihre Arbeit nicht im Griff hat.

Seit der Beschwerde stellt die Post einige Sendungen nicht mehr zu. Zumindest ein Abo ist nachweisbar als unzustellbar zurückgegangen. Und in den letzten zwei Tage war der Briefkasten komplett leer, nicht einmal Werbung zu finden.

Wenn ich daran denke, dass z.B. die Monatstickets der öffentlichen Verkehrsbetriebe nicht mehr als Einschreiben, sondern als normaler Brief versendet werden, wird mir ganz mulmig. Immerhin wird hier viel Geld verschickt.

In einigen Fällen kann man allerdings auch nicht den Zustellern selber Vorwürfe machen. Es ist schon vorgekommen, dass der Briefkasten selbst am Samstag Abend leer war, am Sonntag Vormittag aber Post enthielt. D.h. diese armen Menschen müssen noch an ihren freien Tagen arbeiten, um ihre Tour vollständig zu schaffen. Dies ist ein Beispiel dafür, wie sehr die Post einspart, auf Kosten der Kunden und der Gesundheit ihrer Mitarbeiter.

Ein Gedanke zu “Verliert die Post ihre Kernkompetenz?

  1. Bob

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    am 29.09.2010 gab ich zwei Einschreiben in Dresden für eine Versendung
    nach Tansania auf. Erst am 12.10.2010 hat die Post diese von Frankfurt
    nach Tansania weitergeleitet. Diese kamen zwar 4 Tage später dort an, es
    wurde dadurch jedoch eine wichtige Frist verpasst. Da aber das
    ausschlaggebende Kriterium um für die Ausschreibung anerkannt zu werden
    der Poststempel ist, bat ich die Post mir den Zustellungsvermerk in
    Tansania bekannt zu geben. Dies tat sie auch nach mehrmaligen
    Aufforderungen nicht. Es wäre gut zu wissen, was die Post
    gewährleistetet, wenn sie ein Einschreiben versendet.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Bob Hooda

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