PixInsight: Blut und Schweiß bei der Bearbeitung von Astrofotos

Bei der Astrofotografie gibt es zwei Themengebiete: die Planetenfotografie incl. Mond und Sonne und die Deep Sky Fotografie. Die Methodik der Planetenfotografie besteht darin, auf Basis eines Videofilms (z. B. 30 Sekunden Dauer oder 1.000 Bilder in der Videosequenz) das Lucky Image Verfahren anzuwenden. Hierbei werden die besten Bilder einer Bildsequenz herausgesucht und gestackt (übereinander gelegt). Die unterschiedliche Qualität der einzelnen Bilder resultiert aus der Luftunruhe auf lokaler, Orts- und atmosphärischer Nähe. Dieses Heraussuchen braucht man heutzutage nicht mehr händisch zu machen. Dafür gibt es Programme wie autostakkert, Registax und weitere. Das Stacken dient dann übrigens dazu, das unvermeidliche Bildrauschen so gut wie möglich zu reduzieren.

Beispiele:

Jupiter fertig bearbeitet:

Für Deep Sky Objekte (Sternhaufen, Neben, Galaxien usw.) müssen andere zahlreiche Bildbearbeitungsschritte erfolgen. Welche es sind, hängt auch davon ab, was man fotografiert. Hier werden dann auch keine Videofilme erstellt. Vielmehr erfolgen Fotoserien mit Belichtungszeiten bis hin in den Minuten- oder Stundenbereich. Anfang letzten Jahres entschloss ich mich dann, diesen „Eisberg“ anzugehen und allererste, kleine Erfahrungen zu sammeln. Meine damalige Montierung (äquatorial, Originalmontierung beim Teleskopkauf) ist für die Deep Sky Fotografie allerdings nicht geeignet. Sie hat nicht die erforderliche Präzision beim Positionieren und der Nachführung. Bei 5 bis max.10 Sekunden Belichtungszeit war Schluss. Ansonsten beginnt das Bild zu verschmieren. Dazu kommt, dass für lange Belichtungen eine parallaktische Montierung Pflicht ist. Nur so wird verhindert, dass sich das Objekt bei längeren Belichtungszeiten im Sichtfeld anfängt zu drehen.

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AllSky Kamera: ISS oder nicht ISS, verd… noch mal, was denn nun?

Meine AllSky Kamera hat in den letzten Wochen überwiegend nur bewölkten Himmel aufgenommen. Ab und zu gibt es aber klare Momente, in denen der Himmel durchscheint. Am frühen Abend des 20. Januar habe ich mir die Livebilder angeschaut und dabei einen auffälligen Durchflug gesehen:

Hier nochmal ein ein Einzelbild aus dem obigen Zeitraffer:

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Astronomie ohne Teleskop: Vorschau für Februar 2021

In dieser Blogartikelserie gebe ich eine Vorschau auf astronomische Ereignisse und Konstellationen, die mit bloßem Auge oder maximal einem Fernglas beobachtet werden können. Bitte beachten Sie: Die Uhrzeiten für den Januar sind in mitteleuropäischer Zeit (MEZ) angegeben und entsprechen dem Standort Berlin.

Verlinkung innerhalb dieser Serie:

Sonnenaufgang und -untergang, Mondsichtbarkeiten

Die Sonnenaufgangs- und untergangszeiten im Januar sind wie folgt:

  • 01.02.21: Aufgang: 07:47, Untergang: 16:52
  • 16.02.21: Aufgang: 07:20, Untergang: 17:21
  • 28.02.21: Aufgang: 06:54, Untergang: 17:43

Die folgende Tabelle der Monddaten wurde mit calsky.com erstellt. Sie gelten für Berlin:

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AllSky Kamera: Sternbild zwischen den Wolken und warum bei „im Sternzeichen geboren“ nicht heißt, dass man das gleichnamige Sternbild zu dieser Zeit sieht.

Kürzlich habe ich mich ja beklagt (siehe hier), dass die Beobachtungsmöglichkeiten für (Hobby-) Astronomen in 2021 eher bescheiden waren. Darum verlege ich mich ein bisschen auf die Kleinigkeiten, die einem die AllSky Kamera bietet, wenn die Wolken kleine Lücken haben.

In der Nacht vom 20.01. bis 21.01. riss die Wolkendecke auf und die AllSky Kamera hat sehr schön den Trapezkörper vom Sternbild Löwen eingefangen:

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Keogramm der AllSky Kamera zeigt die bisherigen besch… Beobachtungsbedingungen in 2021 für (Hobby-) Astronomen in Berlin

Die von mir auf unserer Terrasse installierte AllSky Kamera zeigt ohne Gnade, dass die (Hobby-) Astronomen in Berlin nicht gerade mit Glück bedacht waren. Fast durchgängig wolkenverhangener Himmel zu den Beobachtungszeiten. Dies alles wird durch die AllSky Software von Thomas Jacquin mittels Erstellung eines Keogramms festgehalten.

Ein Keogramm ist ein zusammengesetztes Bild, welches aus einzelnen Bildern erstellt wird, die während der Nacht aufgenommen wurden. Aus den Originalbildern werden der jeweils gleiche Breitengrad, d. h. die jeweils gleichen schmalen senkrechten Bildausschnitte in das Keogramm von links nach recht eingefügt. So ergibt sich eine Zeitreihe, aus der der Bewölkungsgrad in diesem schmalen Himmelsausschnitt zum jeweiligen Zeitpunkt erkennbar ist.

Ich stelle unten die Keogramm Bilder dar, beginnend von der Silvesternacht bis zur vorigen Nacht. Folgende Dinge sind zu beachten:

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Astronomie ohne Teleskop: Vorschau für Januar 2021

In dieser Blogartikelserie gebe ich eine Vorschau auf astronomische Ereignisse und Konstellationen, die mit bloßem Auge oder maximal einem Fernglas beobachtet werden können. Bitte beachten Sie: Die Uhrzeiten für den Januar sind in mitteleuropäischer Zeit (MEZ) angegeben und entsprechen dem Standort Berlin.

Verlinkung innerhalb dieser Serie:

Sonnenaufgang und -untergang, Mondsichtbarkeiten

Die Sonnenaufgangs- und untergangszeiten im Januar sind wie folgt:

  • 01.01.21: Aufgang: 08:17, Untergang: 16:03
  • 16.01.21: Aufgang: 08:08, Untergang: 16:24
  • 31.01.21: Aufgang: 07:49, Untergang: 16:51

Die folgende Tabelle der Monddaten wurde mit calsky.com erstellt. Sie gelten für Berlin:

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Lego Bauprojekt zu meiner ersten Frage beim #WinterRaetselDerAstronomie – Das Tellurium

Auf meinem Twitter Account habe ich in den letzten Wochen immer wieder Fragen zur Astronomie gestellt. Bis zum vergangenen Wochenende gehörten diese Fragen zum #HerbstRaetselDerAstronomie. Seit dem 21.12. haben wir nun Winter, womit die Astronomierätsel unter #WinterRaetselDerAstronomie fortgeführt werden.

Die erste Frage lautete:

Die Antwort lautet: Erde-Mond System

Das Tellurium ist ein Spezialfall Orrery, einer Planetenmaschine. Während ein Orrery ganz allgemein Planetenumläufe im Sonnensystem zeigt, bildet ein Tellurium die Bewegungen von Erde und Mond um die Sonne ab.

Hier ein Tellurium mit Legobauteilen erstellt:

Dies ist kein offizielles Modell von Lego. Es gibt im Internet eine Anleitung samt Teileliste auf der Webseite von JK Brickworks. Über Rebrickable und die Verlinkung zu Bricklink konnte ich die Teileliste dann ganz einfach online bestellen. Hier ein kurzer Film, in dem das Tellurium in Aktion zu sehen ist:

Vielleicht werde ich mich in 2021 mit einer Ausstattung einer Lichtquelle und programmierbaren Motorisierung beschäftigen. Mal sehen …

Dieses Lego Tellurium stellt den Abschluss meiner Lego Raumfahrt / Astronomie Bauprojekte in diesem Jahr dar:

19.12.20: Jupiter und Saturn kurz vor der Großen Konjunktion und ein Mondmosaik

Am 21.12. dieses Jahres findet die Große Konjunktion statt, die enge Begegnung von Jupiter und Saturn. Die Astrozwerge haben hierzu einen längeren Artikel verfasst. Die nächste nahe Begegnung lässt sich übrigens 20 Jahre Zeit.

Dieses Ereignis ist leider nur recht kurz nach dem Sonnenuntergang zu sehen. Beide Planeten stehen da schon recht tief am Horizont. Heute Abend bot sich aufgrund klaren Himmels dann glücklicherweise die Möglichkeit, sich die beiden Planeten durch das Teleskop anzuschauen. Sie stehen so eng beieinander, dass sie bei nicht allzu hoher Vergrößerung gemeinsam im Okular erfasst werden können. Und die Mondsichel gab sich in der ersten Nachthälfte auch die Ehre.

Teleskop in Parkposition
Teleskop in Parkposition
Teleskop mit Smartphone Live-Übertragung von Jupiter und Saturn
Teleskop mit Smartphone Live-Übertragung von Jupiter und Saturn
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NASA JPL Mondphasen Kalender

Ich hatte in meinem Blogartikel „Meine Liste an digitalen und analogen Basteleien für Astronomie und Raumfahrt“ angekündigt, in der Herbstzeit basteltechnisch aktiv zu werden. Nach Mars Rover Perseverance, Lego Raumschiff Adler von Mondbasis Alpha Eins und Lego Comet von Captain Future“ stand jetzt noch eine weitere Bastelarbeit für mich an, der Moon Phases Calendar and Calculator vom NASA Jet Propulsion Laboritory (JPL), siehe diese Webseite. Ich bin vor zwei Jahren auf diese Bastelvorlage gestoßen und war begeistert 😀. Der Nachteil von dieser Vorlage ist, dass die Daten sich auf die Pazifische Zeitzone beziehen. Somit kann es sein, dass das angegebene Datum für uns in Deutschland um einen Tag abweicht.

Aus diesem Grund schnappte ich mir damals mein Diagrammprogramm OmniGraffle, habe die Vorlage dort eingelesen und die Datumsangaben für MEZ angepasst.

Nun ist die Anpassung für 2021 fertig und ein Testausdruck muss jetzt noch überprüft werden:

Die Handhabung des Mondphasenkalenders ist wie folgt:

  1. Zuerst ist das gewünschte Datum auf der Kalenderscheibe (1) auszusuchen.
  2. Dann ist die passende Mondphase bei der Mondphasenscheibe (2) auf das gewünschte Datum zu drehen.
  3. Es werden dann die (z.T. sehr groben) Zeiten für Mondaufgang (3a), höchste Stellung (3b) und Monduntergang (3c) angezeigt. Zu beachten ist, dass hier die mitteleuropäische Zeit (MEZ) verwendet wird.
  4. Auf (4) wird Mondphase vom Weltraum aus angezeigt, wobei der Blick auf den Nordpol der Erde gerichtet ist.
  5. Unter (5) habe ich noch wesentliche Mondereignisse des Jahres 2021 aufgelistet.

So, dann warte ich jetzt mal ab, wann die letzte Legosteinbestellung für mein Sonne-Erde-Mond Tellurium eintrifft.

Astronomie ohne Teleskop: Überblick zu Ereignissen im Jahr 2021

Mit meiner Rubrik Monatsvorschau Astronomie ohne Teleskop gebe ich einen detaillierten Überblick zum Sternhimmel, den Planetenstellungen, zu astronomischen Ereignissen des aktuellen Monats. Dabei beschränke ich mich auf die Möglichkeit der Beobachtung mit bloßem Auge und maximal mit einem Fernglas.

In einer Jahresübersicht fasse ich die wesentlichen Himmelsereignisse für das gesamte Jahr 2021 zusammen. Zu beachten ist, dass nur Ereignisse angegeben, die von Deutschland aus zu sehen sind. Die wesentliche Motivation für diesen Artikel ist es, meinen astronomischen Twitterbot @RaspiVoNa mit Daten zu füttern, die über den aktuellen Monat hinausgehen. Infos zum Twitterbot finden Sie hier.

Im Verlauf des Jahres werde ich die umfangreicheren Monatsvorschauartikel hier verlinken. Bei den Uhrzeiten gebe ich an, ob die Normalzeit (MEZ) oder Sommerzeit (MESZ) gemeint ist. Ich gehe nach aktuellem Stand (Dezember 2020) davon aus, die Regelungen auch für 2021 bestehen bleiben. Sollte tatsächlich noch der Beschluss gefasst werden, dass auch im Winter 2020/21 die Sonne ebenfalls eine Stunde später aufgehen soll, passe ich die Uhrzeitangaben entsprechend an.

Eine abschließende Anmerkung: Die illustrierten Sternhimmel und Planetenabbildungen habe ich mit dem Programm Sky Safari Pro (MacOS) erstellt.

Direkte Links zu den Monaten

Detaillierte Monatsvorschau in separaten Blogartikeln:

Verbleibende Monate in dieser Jahresübersicht:

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