19.12.20: Jupiter und Saturn kurz vor der Großen Konjunktion und ein Mondmosaik

Am 21.12. dieses Jahres findet die Große Konjunktion statt, die enge Begegnung von Jupiter und Saturn. Die Astrozwerge haben hierzu einen längeren Artikel verfasst. Die nächste nahe Begegnung lässt sich übrigens 20 Jahre Zeit.

Dieses Ereignis ist leider nur recht kurz nach dem Sonnenuntergang zu sehen. Beide Planeten stehen da schon recht tief am Horizont. Heute Abend bot sich aufgrund klaren Himmels dann glücklicherweise die Möglichkeit, sich die beiden Planeten durch das Teleskop anzuschauen. Sie stehen so eng beieinander, dass sie bei nicht allzu hoher Vergrößerung gemeinsam im Okular erfasst werden können. Und die Mondsichel gab sich in der ersten Nachthälfte auch die Ehre.

Teleskop in Parkposition
Teleskop in Parkposition
Teleskop mit Smartphone Live-Übertragung von Jupiter und Saturn
Teleskop mit Smartphone Live-Übertragung von Jupiter und Saturn

Jupiter und Saturn (kurz vor der Großen Konjunktion am21.12.)

Benutztes Equipment:

  • Teleskop: Celestron NexStar 8SE (2032mm, 203mm)
  • Okular Baader Hyperion 24 mm (= 84-fache Vergrößerung)
  • Kamera: iPhone 11 Max Pro

Der folgende 30-sekündige Filme zeigt Jupiter und Saturn durch das Teleskop. Diesen Film habe ich dann noch mit autostakkert zu einem Ergebnisbild zusammengefasst.

Anblick durch das Teleskop (84-fache Vergrößerung)
Anblick durch das Teleskop (84-fache Vergrößerung) – 17:09 Uhr

Die vier Punkte beim Jupiter sind übrigens die sogenannten Galileischen Monde Io, Europa, Ganymed und Callisto. Diese sind bei ausreichender Belichtung sichtbar, wenn sie nicht gerade hinter oder vor dem Riesenplaneten stehen.

Mond

Benutztes Equipment

  • Teleskop: Celestron NexStar 8SE (2032mm, 203mm)
  • Okular Baader Hyperion 24 mm (= 84-fache Vergrößerung)
  • Kamera: ASI ZWO 385 MC
  • Computer: Raspberry Pi am Teleskop mit Astroberry Installation
  • Software für Videoerstellung: FireCapture

Danach ging es weiter mit der Fotografie des Mondes. Hier nutze ich oben angegebene Astronomiekamera. Da sie immer noch einen kleinen vom Mond (mit hoher Vergrößerung) erfasst, kommt eine erkleckliche Anzahl von Bildern zusammen. Beim Vollmond sind es bis zu 120 Aufnahmen, die erforderlich sind.

Die Aufnahmen steuere ich über das Programm FireCapture, welches in der Astroberry Installation mitgegeben wird. Da ich einen 11-Zoll Monitor mittels Biegearm am Teleskop befestigt habe, kann ich den am Teleskop angebrachten Raspberry Pi gleich dort per Funk-Minitastatur bedienen.

Arbeitsphase 1 – Mondaufnahmen

  • Ein Video pro Mondabschnitt mit 1.000 Bildern.
  • Bei dieser Mondphase benötigte ich 64 Videos.

Diese Session zog sich mit knapp 2 Stunden sehr lange hin. Denn der Raspberry ist bzgl. seiner USB Schnittstellen und Verarbeitungsgeschwindigkeit nicht gerade schnell. Immer wieder gab es während der Aufnahmen Denkpausen. Sie machten den Eindruck, dass hier die von der Kamera gelieferten und im Arbeitsspeicher des Raspberry Pi verarbeiteten Bilder in einen Speicherstau gerieten. Vielleicht muss ich die Filmlänge reduzieren.

Arbeitsphase 2 – Videos am Computer mit autostakkert bearbeiten

Autostakkert analysiert ja jedes Video nach Qualität. Ich gab hier aufgrund der ersten analysierten Bilder vor, dass er die 200 besten Bilder behalten und verarbeiten soll.

Heraus kamen dann 64 Einzelbilder, in denen das Bildrauschen reduziert war und durch das Lucky Imaging (Auswahl der besten Bilder) nicht zu verschwommen durch die unruhige Atmosphäre war. Beispiel:

Ergebnisbild aus einer Videosequenz
Ergebnisbild aus einer Videosequenz

Arbeitsphase 3 – Zusammenfügen zu einem Panorama

Gängige Bildbearbeitungsprogramme sind in der Lage, Bilder zu einem Panorama zusammenzufügen. Voraussetzung ist natürlich, dass diese Bilder sich genügend überschneiden. Ich setzte die Bilder mit der Software Affinity Photo zusammen.

Arbeitsphase 4 – Bildbearbeitung

Die nächsten Bearbeitungsschritte waren dann:

Affinity Photo: Befüllung des Hintergrunds für ein gleichmäßiges Schwarz
Affinity Photo: Befüllung des Hintergrunds für ein gleichmäßiges Schwarz

Affinity Photo: Bearbeitung Helligkeit, Kontrast und Gradationskurven
Affinity Photo: Bearbeitung Helligkeit, Kontrast und Gradationskurven

Das Foto wurde noch geschärft und beschnitten. Und so ergibt sich das Endergebnis:

Astra Image: Schärfen des Bildes = Endergebnis

Interessant wäre noch, die nicht direkt beschiene Mondseite mit höherer Belichtung aufzunehmen. Dann würde man den Erdschein mit den dann schwach erscheinenden Oberflächenstrukturen erfassen. Mit viel Wissen und Erfahrung könnte man dann die Kompositionen von beschienener und dunkler Mondseite mit Erdschein zu einem Bild zusammenfassen, wie von Stefan Seipt hier schön gezeigt:

Ach ja, gestern (18.12.20) habe ich im Fernglas noch ein Foto geschossen, kurz nachdem ein Flugzeug zwischen Jupiter und Saturn durchgeflogen ist:

Ein Gedanke zu “19.12.20: Jupiter und Saturn kurz vor der Großen Konjunktion und ein Mondmosaik

  1. War leider nichts mit der großen Konjunktion hier in Mittelfranken. Seit Wochen ist es trüb. Manchmal frag ich mich schon, ob Sonne, Mond, Planeten und Sterne nicht doch aus einem Märchen stammen…
    Edgar

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