First Light mit dem Skywatcher Maksutov Teleskop MC 102/1300 am 05.05.2018

Ich habe mir nun ein kleines Teleskop für Reisen oder sonstige auswärtige astronomische Aktivitäten gekauft: das Skywatcher Maksutov Teleskop MC 102/1300 mit der Montierung SkyMax-102 AZ-GTi GoTo WiFi.

SkyWatcher AZ-GTi Montierung

Aufbau auf heimischer Terrasse

Am Samstag, den 5. Mai wurde es schließlich geliefert und ich hatte am Abend kurz die Möglichkeit, es kurz auszuprobieren. Ein Aspekt, der mich bei der Montierung neugierig gemacht hatte, ist der eingebaute Encoder (FreedomFind). Mit diesem soll es möglich sein, das Teleskop per Hand zu schwenken, ohne dass vorher ausgeführte Ausrichtung des Teleskops (Alignment) verloren geht. Dies werde ich später testen und darüber berichten.

Hier nur einige Aspekte aus der Erstbeobachtung, die ich kurz erwähnen möchte:

  • Die Montierung wird ohne Handcontroller geliefert, ein Anschluss dafür ist aber vorhanden. In dieser Ausstattung wird das Teleskop über das von der Montierung bereitgestellte WLAN per App (iOS, Android, Windows) gesteuert.
  • Als Aufsuchhilfe ist ein Leuchtpunktsucher beigelegt. Er wird auf einer schon angebrachten Schuhhalterung befestigt. Diese hat eine Standardgröße und kann auch für Sucherfernrohre benutzt werden
  • Die SynScan App ist eher die Softwareversion eines Handcontrollers. Hier erfolgen die Einstellungen für die Montierung, das Teleskop Alignment, die Objektauswahl und die eigentliche Teleskopsteuerung. Eine grafische Darstellung des Himmels wie z.B. in Stellarium oder Sky Safari wird nicht angeboten.

Die App SynScan (iOS)

  • Beim Alignment muss man aus einer vorgegebenen Liste von Sternen auswählen. Ich bin beim Celestron NexStar z.B. gewöhnt, beliebige Sterne beim Alignment anzuvisieren, ohne deren Namen kennen zu müssen.
  • Zur Fernsteuerung muss man das von der Montierung bereitgestellte WLAN nutzen. Dies ist bei einer Freilandbeobachtung natürlich logisch. Im heimischen Umfeld wäre es aber schön, wenn sich die Montierung in das eigene WLAN einbinden würde. Diese zweite Möglichkeit bietet z.B. das Celesteon SkyQLink (jetzt: SkyPortal Wifi). Dann wäre das Mobilgerät nicht vom Internet abgeschnitten.
  • Obwohl ich den FreedomFind Encoder noch nicht während einer Beobachtung getestet habe, konnte ich während einer Trockenübeung die sich ändernden Azimut- und Höhenangaben in der App bei händischer Ausrichtung des Teleskops nachvollziehen.
  • Für die händische Ausrichtung des Teleskops müssen zwei Verriegelungen gelöst werden, jeweils eine für die horizontale Bewegung und eine für die Höhe. Dementsprechend sollte der Tubus gut ausbalanciert an der Montierung angebracht werden.
  • Naturgemäß gibt es bei der Steuerung über WLAN einen kurzen Zeitversatz bevor die Motoren ansprechen. Er liegt bei einem Bruchteil einer Sekunde. Dies macht sich meiner Meinung nach nicht unangenehm bemerkbar. Beim Celestron NexStar geschieht dies auch. Außerdem fahren die Servomotoren bei höher eingestellter Rate auch erst langsam an und trudeln über ca. 2 Sekunden dann langsam wieder aus. Das heißt, die Montierung startet und stoppt nicht abrupt.

Der Jupiter

Da der Mond erst nach Mitternacht aufging, schnappte ich mir den derzeit lange sichtbaren Jupiter.

First Light des Skywatcher mit dem Jupiter

Die technischen Daten sind wie folgt:

  • Öffnung, Brennweite: 102 mm, 1300 mm
  • Okular: Baader Hyperion 8 mm
  • Aufnahme: iPhone X, App Pro Camera, kein Zoom und 2-facher optischer Zoom

Die beiden 30-Sekunden Videos wurden mit AutoStakkert! bearbeitet. Per Astro Image und Photoshop erfolgte dann das Herauskitzeln von Schärfe, Kontrast, Helligkeit, Sättigung, sowie ein Justieren der Gradationskurve. Es muss dazu noch gesagt werden, dass der Jupiter trotz nahender Oppositionsstellung nicht optimal am Himmel steht. Er kommt derzeit nicht über 20° Höhe hinaus. Zusammen mit wärmeabstrahlenden Dächern nach einem Sommertag in Berlin ergibt sich eine schlechte, wabernde Sicht. Daher musste ich stärker als früher in die Nachbearbeitungstrickkiste greifen, um noch etwas Details sichtbar zu machen:

Jupiter am 05.05.18, 21:35 Uhr, 2-fach optischer Zoom iPhone X

Jupiter am 05.05.18, 21:35 Uhr, iPhone X ohne Zoom

Der Kugelsternhaufen M5

Diesen Kugelsternhaufen hatte ich schon vor einiger Zeit mit meinem Celestron NexStar 8SE beobachtet, siehe meinen Beobachtungsbericht. Dort betrug die Vergrößerung ca. das 85-fache (Baader Hyperion 24 mm).

Die technische Daten beim First Light mit dem Skywatcher sind:

  • Öffnung, Brennweite: 102 mm, 1300 mm
  • Okular: Baader Hyperion 17 mm (= 76-fache Vergrößerung)

Eine Zeichnung habe ich wegen der drängenden Zeit nicht darstellt. Der Abend gehörte der Familie. Aus diesem Grund nenne ich nur die wesentlichen Punkte im Vergleich zu meiner vorigen Beobachtung.

Wie schon damals konnte ich auch hier nur den Innenbereich sofort sehen. Der Außenbereich von M5 war nur mit indirektem Sehen erkennbar. Allerdings glaube ich im Vergleich zu meiner Zeichnung von 2016, nur einen kleineren Teil vom Außenbereich mit dem Skywatcher wahrgenommen zu haben. Das kann aber auch daran liegen, dass ich mir nicht genügend Zeit für die Beobachtung genommen zu habe. In jedem Fall bestätigte sich auch jetzt der Eindruck einer körnigen Struktur. Nur war es mir nicht möglich, ein „Aufblitzen“ von einzelnen hellen Sternen wahrzunehmen. Hier macht sich wohl die geringe Öffnung des Teleskops hinsichtlich der Auflösung von Sternen sichtbar.

Ich denke, dass diese kurze Session mit dem Skywatcher ein voller Erfolg war. Ich freue mich schon auf mobile Einsätze, die ich mich mit dem größeren Celestron nicht trauen würde.

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