Der Mond am 30. Juni 2015 – Mondalter 13,5 d

Heute war eigentlich eine Konstellation sehenswert, die nichts mit dem Mond zu tun hatte. Venus und Jupiter standen sich  so nahe, dass man beide sogar durch das Teleskop hätte beobachten können. Leider standen beide Planeten zur beobachtbaren Zeit leider schon zu tief für uns. Es war aber absehbar, da ich dies mit meiner App Redshift vorab prüfen konnte:

 

Redshift Planetenpositionen & Kameradurchsicht
Redshift Planetenpositionen & Kameradurchsicht

Daher wollte ich die Gelegenheit nutzen, mir den Mond genauer anzuschauen. Ziel war es auch, Fotos für ein größeres Mondmosaik zu schießen. Außerdem wollte ich mein neues 17mm Okular ausprobieren, weil bei den letzten Mondbeobachtungen und Fotografien das 24mm Okular zu Einsatz kam.

Also wurde das Teleskop aufgebaut. Einen Teil der Wartezeit konnte ich aber auf der Terrasse beim Sonnenuntergang verbringen:

Ein allererster Schnappschuss wurde mit dem iPhone auf dem 24mm Okular (84,6-fache Vergrößerung) erstellt. Mit dieser Vergrößerung passt der Mond gerade so noch in das Sichtfeld. Heute betrug seine Phase 97,9% um 22 Uhr. D.h. wir waren kurz vor dem Vollmond:

Mond am 30. Juli 2015 - Alter 13,5 Tage
Mond am 30. Juli 2015 – Alter 13,5 Tage (Westen und Osten aufgrund Teleskopoptik vertauscht)

Danach war ich neugierig und habe mein neues 5mm Okular (406,4-fache Vergrößerung) angebracht. Dort Krater Tycho füllte das Blickfeld zu ca. 50% aus. Allerdings war das Seeing sehr schlecht. Das Bild waberte sehr stark. Die Abwärme der umliegenden Hauswände war aufgrund der Sommerhitze sehr stark. Außerdem fanden sich dort so gut wie keine Konturen, weil das Sonnenlicht aufgrund der Phase (fast Vollmond) in diesem Gebiet fast senkrecht auftrifft.

Daher entschloss ich mich, den 5mm-Exkurs zu beenden und wie geplant mit dem 17mm Okular (119,5-fache Vergrößerung) für die Mosaikaufnahmen fortzufahren. Zusätzlich stellte ich die benutzte Fotoapp (Camera Pro) im iPhone auf 2,5-fache Vergrößerung. Doch sobald ich das Okular angebracht hatte, kam eine große Wolkendecke und der Mond verschwand dahinter. Ich spielte mit dem Gedanken, aufzuhören. Ich musste am nächsten Arbeitstag früh aufstehen. Aber der Anblick des Mondlichts zwischen den Wolkenfetzen war auch interessant. Dafür habe das iPhone am 9×50 Sucherfernrohr angebracht und einige Fotos geschossen:

iPhone am Sucherfernrohr für Mond- und Wolkenlichtspiele
iPhone am Sucherfernrohr für Mond- und Wolkenlichtspiele

Leider dauerte die Wolkenbedeckung sehr lange. Während in meiner Twittertimeline für Hobby- und Amateurastronomen ein Bild nach dem anderen mit klaren Beobachtungsbedingungen gepostet wurde, nahm die Wolkendecke über mir kein Ende. Es es wahr ungefähr. 0:45 Uhr, als ich wieder einen klaren Himmel hatte.

So begann ich dann mit meinen Aufnahmen für das Mondmosaik. Insgesamt waren es 38 Aufnahmen. Diese habe ich dann mit der „Photomerge“-Funktion von Adobe Photoshop CC zusammengefügt. Herausgekommen ist ein Bild, dass in seiner Ursprungsversion ein bisschen zu hell war. Dies hatte seinen Ursprung in der fixen Belichtung, die ich in einem dunkleren Bereich des Fast-Vollmonds eingestellt hatte. Dadurch wurde der Mondabschnitt um den Krater Tycho sehr hell. Außerdem waren z.T. sehr feine Linien erkennbar, die aus dem Zusammenfügen der Einzelbilder resultierten.

Ich habe das Endergebnis dann mittels Gradationskurve und einer kleinen Anpassung der Helligkeit dann bearbeitet. Herausgekommen ist ein etwas dunkleres Bild mit mehr Kontrasten. D.h. die Unterschiede der dunklen und hellen Bereiche des Monds kommen stärker heraus. Die volle Größe des Bildes sieht man erst mit Anklicken und der Zoomfunktion des Browsers:

Mond Mosaik mit Photoshop erstellt und nachjustiert
Mond Mosaik mit Photoshop erstellt und nachjustiert (Westen und Osten aufgrund der Teleskopoptik vertauscht)

Immerhin weiß ich jetzt, dass ich bzgl. der Belichtung besser aufpassen muss, um Überbelichtungen bei fix eingestellter Verschlusszeit zu vermeiden. Im oberen Bild sieht man südlich von Tycho in der Nähe des Südpols einen sehr hellen Fleck. Hier kam ich an die Grenzen mit meiner voreingestellten Belichtungszeit.

In jedem Fall hat mir dies sehr viel Spaß gemacht. Jetzt muss ich es nur noch in den nächsten Wochen bzw. Monaten schaffen, eine Bilderserie zu verschiedenen Mondaltern (Phasen) zu erstellen. Durch direkten Vergleich lassen sich dann Unterschiede gleicher Gegenden bei unterschiedlichen Beleuchtungssituationen anstellen, z.B. bzgl. Schatten & Kontouren sowie Relexionsverhalten.

Zum Abschluss noch ein Detailbild mit 4-facher Vergrößerung der Kamera-App (ProCamera) mit dem 17mm Okular. Wer erkennt hier den Abdruck einer Katzenpfote? 😉

Mond Katzenpfote
Mond Katzenpfot

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