Beobachtung vom 22.02.19: Grinsekatze und Astronomia Nubibus Interruptibus

Die Wettervorhersage von diversen Apps und Online Sites für den Zeitraum von Freitag bis einschließlich Sonntag waren vielversprechend. Es wurde durchgehend klarer Himmel angekündigt. Und auch beim Teleskopaufbau war die Welt des Hobbyastronomen noch in Ordnung:

Teleskopaufbau unter den Augen des Orion

Teleskopaufbau unter den Augen des Orion

Plejaden beim Teleskopaufbau

Plejaden beim Teleskopaufbau

Ziel war, wie eine Woche zuvor, die Aufnahme eines Mondmosaiks. Nun aber mit der Phase „abnehmender Mond“, sowie eine Reise entlang der Tag und Nachgrenze beim Mond. Die Zeit bis dahin wollte ich mit dem Besuch von mindestens zwei Asterismen verbringen, die ich schon länger mal aufsuchen wollte. Um es kurz zu machen: es blieb bei einem Asterismus und zwei kurzen Videos vom Mond. Zum Zeitpunkt des Aufgangs des Mondes über den Dächern hatte ich schon ein mulmiges Gefühl. Es zeigten sich niedrig stehende Wolken und ein Halo um den Mondes:

Schlechte Sicht auf den Mond

Schlechte Sicht auf den Mond

Cheshire Cat

Aber besuchen wir zuerst die Cheshire Cat 😀. Wer kennt sie nicht, diese Katze aus „Alice im Wunderland“ mit ihrem breiten Grinsen. Und solch ein Asterismus findet sich im Sternbild Fuhrmann (Auriga), siehe meinem Blogartikel zum Sternbild. Können Sie die Grinsekatze erkennen?

Cheshire Cat

Cheshire Cat

Und hier ist sie:

Grinsekatze

Grinsekatze

Im Okular kann ich diese Sternkonstellation nicht vollständig erfassen. Ohne Reducer komme ich auf eine minimale Vergrößerung von 52-fach. Damit fehlen immer 1-2 Sterne des Grinsemauls im Sichtfeld. Ich könnte zwar den 0,63 Reducer verwenden. Doch ich hatte nicht viel Zeit, bevor der Mond in einer guten Beobachtungs- und Fotografierposition war. So nutzte ich mein 9×50 Sucherfernrohr. Die Zeichnung oben basiert auf seinem Sichtfeld und seiner Bildausrichtung. D.h. der Norden ist dort unten und der Osten links.

Im Sucher war die Konstellation sehr gut zu erkennen. Vielleicht hat mir der vom Mond stark erhellte Himmel geholfen. Denn auf der Sternkarte meiner Astronomie Apps ist es nicht ganz so einfach, die entsprechenden Sterne zu isolieren. Im Sucher konnte ich so sofort identifizieren, da sonst kaum weitere Sterne zu sehen waren. Die nachfolgende Illustration aus der App Sky Safari 6 zeigt ein Abbild von dem, was ich erfasst habe. Es zeigt die von mir gezeichnete auffällige Sternkonstellation im oberen Bereich – orange gekennzeichnete Sterne und den Stern AE Aur im Emissionsnebel IC 405 (Flaming Star Nebular). Der Nebel sowie der Starfish Cluster (M38) waren im Sucherfernrohr nicht erkennbar:

Grinsekatze in Sky Safari 6

Grinsekatze in Sky Safari 6

Starfish Cluster M38

Für die Beobachtung des Starfish Clusters nutzte ich folgendes Equipment:

  • Celestron NexStar 8SE
  • Baader Hyperion 24 mm (84-fache Vergrößerung)

Der Himmel wird durch den Mond im Osten schon sehr stark aufgehellt. Also bleibe ich im Westen bei der Cheshire Cat und wende mich M38 zu. Dieser war, wie schon oben gesagt, im Sucherfernrohr nicht mal ansatzweise zu sehen. Der Himmel war einfach zu hell. Meine Beobachtung habe ich gezeichnet:

Beobachtungsprotokoll M38

Beobachtungsprotokoll M38

Der Sternhaufen ist ggü. dem aufgehellten Hintergrund unscheinbarer, als meine Zeichnung vermuten lässt. Der Anblick wird von 4 helleren Sternen geprägt, welche eine Achse von oben (Norden) nach unten bilden. Im unteren Bereich breitet sich der Sternhaufen dann in Querrichtung aus. Er macht dadurch einen sehr unregelmäßigen Eindruck, auch wenn ich versucht bin, dem unteren Teil die Form eines Dreiecks zuzuordnen. Die Sterne selber sind in diesem Bereich unregelmäßig verteilt. Sie vermitteln einen eher stark feinkörnigen Eindruck, wobei sie recht weit auseinander stehen. Es sind nicht sehr viele Sterne zu sehen, vielleicht drei Dutzend oder ein bisschen mehr. Die Zwischenräume sind leer. Es sind keine milchigen oder nebligen Strukturen zu erkennen.

Die Beobachtung von M38 muss nun beendet werden, da der Sternhaufen hinter einem Dachvorsprung verschwindet.

Der Mond Interruptibus

Eigentlich war noch etwas für eine weitere Sternkonstellation, bevor ich mich dem Mond zuwenden wollte. Doch leider zog sich der Himmel komplett zu:

Ich schaffte es gerade noch, zwei Videos für Detailbilder zu erstellen, bevor der Wolkenvorhand sich vor den Mond schob. Allerdings ließen leichte Schleierwolken die Aufnahmequalität mehr leiden als sonst für Stadtverhältnisse üblich:

Krater Tycho

Krater Tycho

Krater Jansen

Krater Jansen

Die Aufnahme erfolgte mit:

  • Celestron NexStar 8SE
  • Baader Hyperion 8 mm (254-fache Vergrößerung)
  • iPhone XS Max
  • App: Pro Camera, Videomodus ohne Zoom
  • Erstellen von 30-Sekunden Videos, welche dann mit Autostakkert bearbeitet wurden. Daraus entstanden dann die Ergebnisbilder, die bzgl. Kontrast, Gradationskurve und Schärfe mit Affinity Photo und Astra Image nachgearbeitet wurden.

Die Kurzzeitvorhersage diverser Apps für die Bewölkung über Berlin war ernüchternd. Ich musste nach einer Wartezeit von ca. 1 Stunde dann doch einsehen, dass sich zeitnah keine verwertbare Lücke in der Wolkendecke mehr zeigen würde. Daher endet dieser Beobachtungsbericht an dieser Stelle (mit Frust).

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