Hobbyastronomie mit dem iPad: Teleskopausrüstung in Astronomie Apps

Da ich meine Lieferung der neuen Teleskopausrüstung derzeit wegen des wolkenverhangenen Himmels leider nicht praktisch ausprobieren konnte, widmete ich mich der Aktualisierung einiger Astronomieprogramme bzgl. meiner Ausrüstung. Neu hinzugekommen sind:

  • Baader Hyperion 5mm
  • Baader Hyperion 24mm
  • Skywatcher Sucherfernrohr 9×50
  • Omegon Reducer x0,5

Es werden sich jetzt einige fragen: Was soll die Teleskopausrüstung in einem Astronomieprogramm. Ganz einfach: mit den entsprechenden Daten des Teleskops und den Optiken ist es möglich, sich das Himmelsobjekt bzw. den Himmelsbereich im Programm so darstellen zu lassen, wie es durch das Okular oder Sucherfernrohr erfasst wird. Das Stichwort hierzu ist „Field of View“ (FOV), der Blickwinkel des angepeilten Himmelsausschnitts, wie er durch das Okular oder Fernrohr auf Basis deren Vergrößerung gesehen wird.

So kann man bei der Planung des Beobachtungsabends schon im Vorfeld prüfen, wie das Himmelsobjekt unter verschiedenen Vergrößerungen, d.h. verschiedenen Okularen angezeigt wird. Ein Beispiel ist der Sternenhaufen Mel 111 im Sternbild „Haar der Berenike“. Dieser ist so großflächig, dass er nur mit einer extrem niedrigen Vergrößerung erfasst wird, z.B. Fernglas oder Sucherfernrohr des Teleskops. Blickt man durch das Teleskop, wird man diesen Sternhaufen nicht vollständig überblicken können. Hier zuerst der Anblick des Sternhaufens im Programm SkySafari 4 Pro

Mel 111 ohne FOV Anzeige
Mel 111 ohne FOV Anzeige

Im Programm kann man unter den „Setting – Equipment“ Teleskop, Okulare, Ferngläser, Suchfernrohre und Fotoapparte angeben:

Equipment in SkySafari
Equipment in SkySafari

Die folgende Darstellung von SkySafari zeigt mit türkisfarbenen Kreisen die verschiedenen Vergrößerungen, wenn der Sternhaufen angepeilt wird. Von innen nach außen sind es:

  • 5mm Baader Hyperion (= ca. 400-fache Vergrößerung)
  • 5mm Baader Hyperion mit 0,5 Reducer (= ca. 200-fache Vergrößerung)
  • 24mm Baader Hyperion (= ca. 84—fache Vergrößerung)
  • 24mm Baader Hyperion mit 0,5 Reducer (= ca. 42-fache Vergrößerung)
  • 09×50 Skymaster Suchfernrohr (9-fache Vergößerung)
Mel111 mit FOV verschiedener Okulare
Mel111 mit FOV verschiedener Okulare

In der Abbildung ist sehr schön zu sehen, dass nur mit dem Sucherfernrohr der komplette Sternhaufen erfasst wird. Die Ansicht durch das Teleskop mit den beiden Okularen bietet nur Teilausschnitte von diesem.

Sicherzustellen, dass man mit seinem Teleskop auch das gewünschte Objekt angesteuert hat, ist eine weitere Anwendungsmöglichkeit. Manchmal ist dies nicht so einfach, da z.B. ein Sternhaufen inmitten eines Gebietes mit vielen anderen Vorder- und Hintergrundsternen liegt. Auch kann die Identifikation einer Galaxie, eines planetaren Nebels usw. schwierig sein, wenn im Himmelsbereich etliche ähnlich aussehende Objekte liegen. Eine Möglichkeit, die korrekte Ausrichtung des Teleskops zu prüfen, wäre:

  • Anpeilen des gewünschten Himmelsausschnitts mit niedriger Vergrößerung. Dadurch einen größeren Himmelsausschnitt.
  • Die im Okular beobachteten Sternmuster bzw. die Lage der Objekte werden dann mit der Anzeige in der App auf dem Tablett bzw. Smartphone verglichen. Dazu muss man dort das Objekt zentrieren und dann das entsprechende Okular vorgeben, so dass die entsprechende Vergrößerung angezeigt wird.
  • Natürlich muss auch die Ausrichtung des angezeigten Himmelsausschnitts in der App auf die des Teleskops angepasst werden. D.h. die Anzeige in der App ist entweder horizontal oder vertikal (oder um beides) zu spiegeln.

Natürlich gibt es auch im Internet Webseiten, mit denen die Anzeige der Himmelsausschnitte durch Angabe verschiedener Vergrößerungen simulieren kann. Aber wenn man im freien Feld das Tablett nicht per Mobilfunk mit dem Internet verbinden kann, bietet sich eine eine App mit den entsprechenden Funktionen an.

Oben habe ich das Programm SkySafari 4 Pro erwähnt, mit welchem es möglich ist, sein Teleskopequipment zu erfassen. Das Programm Starry Night Pro Plus 7 für MacOS X und Windows bietet ebenfalls diese Funktion. Die Opensource Software Stellarum bietet lt. Beschreibung ebenfalls die Option, die Sicht durch Okulare zu simulieren. Da ich diese Software allerdings nicht einsetze, kann ich darüber nichts weiter schreiben. Die weiteren von mir eingesetzten Apps für iOS, SkyPortal (für Celestron angepasste Version von SkySafari), Redshift und Star Walk besitzten diese Funktionen nicht.

Ich freue mich über Rückmeldungen zu weitere Software für Mobilgeräte, welche die Möglichkeit besitzen, das Teleskopequipment entsprechend abzubilden.

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