Ein Monument für den „fränkischen Galilei“

Vielen Dank an Daniel für die Rezension. Sie kam gerade richtig, da ich diesen Band zu Weihnachten geschenkt bekommen habe. 😀 So weiß ich als Nicht-Historiker, in welcher Reihenfolge ich die Kapitel lesen sollte.

Ich freue mich auf diesen Band. Wie Daniel schreibt, gibt der Band auch differenzierte Einblicke in die Zeit, die nach heutiger Wahrnehmung nur von wenigen „Großen“ „beherrscht“ wurde. Und auch damals ging es in der Wissenschaft nicht nur um Erkenntnisgewinn, sondern auch um Selbstdarstellung.

Skyweek Zwei Punkt Null

simon-marius-und-seine-forschung_titel

Von solch einer publizistischen Unterstützung kann ein historischer Astronom – ein Jahrhunderte lang verkannter zumal – nur träumen: Leben und Werk des Simon Marius (1573-1624) sind in einem viel-sprachigen Web-Portal und nun auch einem 481-seitigen Buch erschlossen, Simon Marius und seine Forschung. Die 16 Beiträge ebenso vieler Autoren unterscheiden sich in Länge und Stil gewaltig, was das monumentale Werk für Nicht-Historiker unter den Astronomie-Interessierten nicht eben leicht verdaulich macht. Aber es hat Lektüre und Verbreitung verdient, befasst es sich doch mit einer der dramatischsten Epochen der Astronomiegeschichte Ende des 16./Anfang des 17. Jh., als die Diskussion um das rechte Weltmodell – geozentrisch, heliozentrisch oder etwas dazwischen – in vollem Gange war, die moderne Physik schemenhaft in Erscheinung trat und das Fernrohr plötzlich auf der Bühne erschien.

Diese Epoche des Umbruchs wird in der populären Darstellung meist auf Brahe, Galilei und Kepler reduziert, die scheinbar geradlinig die moderne Astronomie begründeten…

Ursprünglichen Post anzeigen 768 weitere Wörter