Hobbyastronomie: Vorbereitung der Beobachtungsnacht mit dem iPad – Teil 1

Mit einem Tabletcomputer eröffnen sich, könnte man meinen, neue bzw. komfortablere Möglichkeiten für den Hobbyastronomen. Da ich ein iPad mein eigen nenne, möchte ich anhand der Praxis die Anwendungen austesten. Die Serie der Blogartikel können Sie in Zukunft  dann in der Kategorie „Hobbyastronomie mit dem iPad“ verfolgen.

Etliches von den Ausführungen wird sich direkt auf das iPad beziehen, wie z.B. die Verfügbarkeit von Programmen oder Hardware für iPad / iPhone / iOS. Manches kann aber auch allgemein für Tablets gelten, z.B. wenn es um sinnvolle Einsatzmöglichkeiten an sich oder allgemeines Zubehör geht. Als Rahmenbedingung möchte ich aber noch bemerken, dass ich Beobachtungen mit dem Teleskop als ein Hobby neben anderen und den üblichen Verpflichtungen betreibe. Daher können meine Ausführungen in den Augen von vielen Amateurastronomen doch recht simpel ausfallen. Amateurastronomen arbeiten zum großen Teil auf Augenhöhe der berufstätigen Astronomen.

Meine Ausrüstung kann auf meiner Webseite nachgelesen werden.

Als erstes Anwendungsszenario möchte ich die „Vorbereitung der Beobachtungsnacht mit dem iPad beschreiben.

Die folgende Software kommt bei mir zur Anwendung:

SkySafari Pro:

  • Verfügbar für iOS (iPhone, iPad, iPod Touch), MacOS X und Android
  • Getestet: Version 3.6 für iOS

StarmapHD:

  • Verfügbar für iPad
  • Weitere Varianten: Starmap Standard / Pro für iPhone und iPod Touch
  • Getestet: Version 2.2 für iOS

Redshift:

  • Verfügbar für Windows und iOS (iPhone, iPad, iPod Touch)
  • Getestet: Version 1.5 für iOS

Das Anwendungsszenario ist in mehrere Teile gegliedert, die ich in getrennten Blogartikeln beschreibe:

  • Teil 1 (dieser Artikel, siehe unten): Ich weiß, welche Objekte bzw. Ereignisse und Konstellationen ich beobachten möchten. Ich benötige aber die Information zum Objekt über den Tag und die Uhrzeiten für die beste Beobachtungszeit.
  • Teil 2:Ich möchte wissen, welche Objekte und ggf. Konstellationen an einem bestimmten Abend zu welcher Uhrzeit sichtbar sind. Wenn möglich möchte ich die Suche auf bestimmte Objekt-/Ereignisarten einschränken. Beispiele: Eingrenzung auf Sternhaufen, Mondkonstellationen beim Jupiter und Saturn, Mondphasen bzw.-alter.
  • Teil 3: Der erste Abschnitt dieses Artikels behandelt die Features der Programme bzgl. der Informationen zu den Himmelsobjekten. Im zweiten Abschnitt geht es darum festzustellen, inwieweit ich eigene Informationen und Notizen zum Beobachtungsabend bzw. zu Objekten erfassen kann, ohne das Programm nicht verlassen muss. Der dritte Abschnitt behandelt Aufsuchhilfen, welche sicherstellen sollen, dass der Beobachter letztendlich auch das korrekte Objekt im Sichtfeld hat.

Beginnen wir nun mit Teil 1 dieser Artikelserie …

SkySafari Pro

SkySafari Pro präsentiert sich in der Ansicht wie folgt:

Unter „Settings“ (das Programm gibt es übrigens nur in englischer Sprache) ist es möglich, bei Bedarf ein bestimmtes Datum und eine bestimmte Uhrzeit vorzugeben. Da wir aber nach einem passenden Beobachtungstermin suchen, lassen wir die Datumseinstellung vorerst auf dem aktuellen Datum.

Unter „Search“ kann nun nach den Objekten gesucht werden. Entweder man gibt den Objektnamen bzw. die Katalognummer an oder stöbert in den entsprechenden Objektlisten:

Konnte das Objekt gefunden werden, werden gleich alle relevanten Daten (linke Spalte) und auch weiterführende Informationen (rechte Spalte) angezeigt.

Unter „Visibility“ in der linken Spalte werden die Zeitpunkte des Aufgangs, des Meridiandurchgangs und des Untergangs angezeigt. Hier kann man ablesen, ob und ggf. wann das Objekt zum aktuell eingestellten Datum  sichtbar ist:

In unserem Beispiel ist der Sternhaufen M2 allerdings nur tagsüber über dem Horizont. Nun wollen wir aber einen Zeitpunkt finden, an dem das Objekt am dunklen Himmel gut beobachtbar ist. Dazu muss das Objekt für die Himmelsanzeige im Bildschirm zentriert werden. Um dies zu erreichen, muss die Anzeige der Objektdaten über den Button „Center“ unten links verlassen werden. Bei einem Objekt, welches zum aktuellen Zeitpunkt nicht sichtbar ist, schaut die Sache dann folgendermaßen aus:

Das Fadenkreuz für das Beispiel des M2 Sternenhaufens liegt unter dem Horizont. Dieser Bereich ist bei mir als grüne Fläche dargestellt. SkySafari Pro bietet nun die Möglichkeit, den Himmel im Zeitraffer zu bewegen. Dies geht über die Funktion „Time“ unten in der Leiste. Die Abbildung oben hat die Abspieloptionen schon eingeblendet. Z.B. kann jetzt das Zeitintervall „Day“ vorgegeben und dass der Zeitraffer gestartet werden. Das ausgewählte Objekt verbleibt zentriert im Bildschirm, so dass es auf seiner scheinbaren Bahn irgendwann über dem Horizont auftaucht. Der folgende Film zeigt dies exemplarisch:

Wenn das Objekt einigermaßen die gewünschte Position am Himmel erreicht hat, kann der Zeitraffer gestoppt werden. Für die Feinjustierung kann im Bedarfsfall kann die Steuerung der Zeit auch in Einzelschritten und kleineren Zeiteinheiten erfolgen. Schließlich brauchen das Datum und ggf. die Uhrzeit nur noch abgelesen werden:

Noch eine abschließende Bemerkung. Wenn man daran interessiert ist, die Sichtbarkeit von Mondereignissen beim Jupiter bzw. Saturn herauszufinden, sollten Tabellen aus dem Netz oder entsprechender Literatur mit Beginn- und Endzeiten der Ereignisse herangezogen werden. Dies ist einfach schneller und bequemer. Als Onlinedatenbank bietet sich auch CalSky an. Mit SkySafari Pro ist es zwar möglich, sich an Mondereignisse zu den beiden Planeten heranzutasten, indem die Zeitrafferfunktion verwendet wird. Nur muss das für jeden Mond gemacht werden, indem dieser in der Anzeige zentriert und entsprechend herangezoomt wird. Schattenbeginn und Ende sowie die Mondbedeckungen können dann mit entsprechender Geduld beim Abspielen des Zeitraffers gefunden werden:

Weiter mit Starmap HD auf der nächsten Seite …

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